Generation Corona: Was hilft gegen die Angst beim Kind?

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Wie unbeschwert unser Leben bis 2019 war, wird uns heute bewusst. Die Generation Corona leidet unter Ängsten, fehlender Struktur und Sorgen. Wie geht alles weiter? Bin ich als Kind eine Gefahr für Erwachsene?

Nun, falls dein Kind aufgrund der Pandemie gesundheitliche Probleme hat, so ersetzt mein Artikel keine Besuche beim Facharzt. Ich möchte Mut machen und zeigen, wie wir Kinder in der Krise bestmöglich begleiten können.

Vor einem Monat habe ich draußen einen tollen Jungen getroffen, der mit meinem Sohn befreundet ist. Er hat während unserem Gespräch eine schwarze FFP2 Maske getragen. Sanft habe ich ihm gesagt, dass er an der frischen Luft mit so viel Abstand zu anderen Menschen keinen Mundschutz braucht. „Ich möchte nicht sterben“ hat der Achtjährige prompt, klar und mit panischem Blick geantwortet. Dabei hat er seine schönen braunen Augen weit aufgerissen.

Eine Mutter hat mir erzählt, dass ihre Tochter im Grundschulalter seit einigen Monaten psychologisch behandelt werden muss. Der Grund: Generation Corona. Sorgen und Ängste während der Pandemie. Auch uns Eltern geht die Lage an die Psyche. Was mich unsicher macht: Dass wir kein Ende absehen können.

Was die Pandemie mit Kindern macht tut mir im Herzen weh. Was hilft Familien?

Hier ein paar Tipps:

bemalte Steine - Kinder - Gesichtsmaske

Ängste sind normal und kein Zeichen von Schwäche

Kinder und Erwachsene haben Ängste. Die einen mehr und die anderen weniger. Das ist kein Gefühl von Schwäche, sondern zeigt, dass wir Menschen sind. Angst kann uns vor Gefahren schützen. Übermäßige Angst kann uns aber auch lähmen. Ist es uns möglich, mit etwas Abstand auf unsere Ängste zu schauen?

Einige jüngere Kindern brauchen ihr Kuscheltier oder lieben Geschichten von anderen Kindern, die zeigen, wie diese ihre Angst überwunden haben. Märchen können passend sein. Manchmal hilft es Kindern, wenn sie das, wovor sie Angst haben, malen. Um ihr inneres Choas zu verarbeiten. Andere möchten über ihre Sorgen reden und brauchen verständnisvolle Zuhörer. Wir können uns darüber unterhalten, dass wir Angst davor haben, krank zu werden. Aber lasst uns trotzdem positive Visionen vermitteln. Wie wir uns gesund ernähren, bewegen und schnell wieder gesund werden. Wer vor dem Einschlafen Angst hat und durch Grübeln wach gehalten wird, kann – je nach Alter – versuchen von 100 oder 20 runter auf 0 zu zählen.

Generation Corona - Collage

Ein Coach hat mir einen Tipp gegeben, den wir auch älteren Kindern weitervermitteln können. Manchmal muss man trüben Gedanken und Sorgen einfach innerlich “Stopp” sagen. Für heute reicht es. Die Sorgen für heute reichen.

Auch Kinder können Atemübungen lernen. Länger ausatmen als einatmen. Ein paar Sekunden Pause und dann wieder einatmen. Ich weiß, dass einige Jugendliche nach dem Lockdown oder einer Quarantäne Bedenken hatten, wieder in die Schule zu gehen. Hier können wir unseren Kindern Mut machen, das Selbstwertgefühl stärken und viel Liebe schenken. Unsere Kinder können ihre Angst als „normal“ akzeptieren, hinschauen und auch wieder weg gucken. Bis sie mit etwas Abstand feststellen, dass doch nicht alles so schlimm war, wie vorher befürchtet.

Die richtigen Wörter nutzen

Wenn wir über Corona sprechen, dann können wir unseren Kindern – je nach Alter – erzählen, dass manche Menschen schwer daran erkranken. Sie merken, wenn wir etwas schön reden möchten. Doch es kommt darauf an, wie wir etwas vermitteln. Sicherlich ist es kontraproduktiv von einem „Killervirus“ zu sprechen oder Bilder von beatmeten Menschen auf der Intensivstation zu zeigen. Ich finde, dass Kinder ein Recht darauf haben, ihre ersten Lebensjahre so unbeschwert wie möglich zu leben. Je jünger sie sind, desto mehr wünsche ich ihnen ein Stück „heile Welt.“ Sie müssen nicht alles wissen. Wir erklären Emily und Leon, dass junge Menschen meist leichte Symptome haben. Dass Kinder oft nur unter einem Schnupfen, etwas Fieber oder trockenem Husten leiden. Außerdem bitten wir sie darum, Erwachsenen nicht ins Gesicht zu husten.

Wir bilden Sätze möglichst positiv und lösungsorientiert. Dass Papa nach seinem Herzinfarkt zwar aufpassen muss, aber dass Papa auch Vitamin D3 nimmt und sich bewegt. Dass ich gelesen habe, dass Medikamente entwickelt wurden, die Menschen dabei helfen, dass sie nach einer SARS-CoV-2  Infektion rasch wieder fit werden.

Lechweg - wandern

Lachen ist wie Medizin – auch in schweren Zeiten

Lasst uns bei den Problemen auf der Welt bitte nicht das Lachen vergessen. Lachen ist bekanntlich die beste Medizin.

Liebt ihr bei euren Kids auch dieses herzhafte Lachen, bei dem sich alle Gesichtsmuskeln bewegen und der Bauch festgehalten wird? Ich lasse mich häufig zum Mitlachen hinreißen. Es ist traurig, wenn der Ernst des Lebens dieses Lachen einholt. Das Lachen, das so unbeschwert ist und zeigt, wie leicht Kinder das Leben normalerweise nehmen.

Mir ist aufgefallen, dass ich abends, wenn ich müde bin, schneller meckere. Leon hat mich kürzlich nachgemacht und meinte, dass ich alle fünf Minuten erschöpft „ruhiger“ sagen würde. Dann habe ich versucht mich zusammenzureißen. Es mit Humor zu sehen, wie er mich Meckermama nachgemacht hat. Auf einmal musste ich mitlachen und wurde lockerer.

Lasst euch öfter mal auf die Späße der Kinder ein oder schaut zusammen lustige Filme. Wir gucken manchmal „Verstehen Sie Spaß“ und beömmeln uns dabei.

Mamabloggerin Elischeba Wilde

Filtere Infos und Nachrichten

Auch wenn Kinder im Spiel vertieft sind, bekommen sie mit, wenn im Radio stündlich erzählt wird, wieviele Menschen an Corona gestorben sind.

Uns Erwachsenen tut es ebenfalls gut, sich nicht rund um die Uhr Infos zum Thema Corona reinzuziehen. Unsere Kinder spüren nämlich auch unsere Ängste und Sorgen.

Es reicht, wenn wir informiert sind. Wir brauchen nicht beim Spiel mit den Kindern aufs Handy schauen und den Corona-News-Ticker konsumieren. Wenn wir Eltern nach der Tagesschau jedes einzelne Corona-Spezial anschauen, mögen wir ebenfalls kaum noch abschalten.

Kürzlich habe ich ein Kindermalbuch gesehen, das Gesichter mit Masken gezeigt hat. Darüber stand: „Male den Mundschutz der Menschen bunt.“ Oder Hefte, die veranschaulicht haben, wieso zu viel Kontakt falsch ist. Zwei Mädchen auf der Wiese haben gespielt. Das Bild war rot durchgestrichen. Daneben waren zwei Kinder mit Abstand zu sehen. Darüber stand: „So ist es richtig.“ Bei uns im Haus gibt es keine Literatur zum Thema Corona. Emily und Leon lieben Lego und Dinosaurier. Ich freue mich darüber, wenn sie sich mit den Echsen der Urzeit aus dem Alltag träumen. Oder wenn sie mit Freunden Rennwagen aus Lego bauen. Freizeitaktivitäten, die ihnen Spaß machen. Bei denen sie im Flow sind. Und nicht im Nebenraum mit den negativen Nachrichten berieselt werden.

Dinopark Triassic Park im Pillerseetal

Positive Fragen nach dem Aufwachen und vor dem Einschlafen

Während meiner Mutter-Kind-Kur in Kühlungsborn hat uns die Psychotherapeutin beim Gruppengespräch den Tipp mit auf den Weg gegeben, dass wir uns jeden Abend als Familie folgende Frage stellen: Was war heute richtig schön?

Es ist wohltuend, sich dabei zuzuhören, was Lustiges passiert ist. Gab es ein Lob von der Lehrerin? Hat das Abendessen toll geschmeckt? Hat es Spaß gemacht, mit dem Besucherkind im Garten Verstecken zu spielen? So wird der Blickwinkel auf positive Dinge gelegt. Denn es passiert täglich so viel Schönes!

Strand von Kühlungsborn

Bewegung und Natur helfen bei Angst

Es ist bekannt, dass Sport depressiven Verstimmungen vorbeugen kann. Wenn ich mit unserer Hündin Bonnie draußen an der frischen Luft Gassi gehe, dann konzentriere ich mich auf unseren schönen Park. Das Rascheln der Blätter unter meinen Füßen nehme ich genauso wahr, wie den herrlichen Sonnentag im Winter. Kinder können wir zu den Sportarten motivieren, die ihnen sowieso Spaß machen: Fahrradfahren, Fußball oder Klettern. Selbst wenn es nochmal einen Lockdown gibt: Der Wald ist für euch geöffnet. Der Wald tut gut und die frische Luft stärkt das Immunsystem.

Wald-Tipps NRW mit Hund

Farben und grüne Zimmerpflanzen helfen

Bringe Farben in die Bude und sorge für ein wohliges Ambiente. Es gibt Studien, welche die gesundheitsfördernde Wirkung von Zimmerpflanzen belegen. Wer viele Pflanzen in der Wohnung hat, der mag emotional belastbarer sein. Diese Erkenntnis wundert mich nicht, wenn ich spüre, wie mich der Wald erdet und die Bäume entspannen.

 Bachblüten helfen dabei Kinderseelen zu trösten

Nicht jeder mag daran glauben. Doch meine Heilpraktikerin hat damit gute Ergebnisse erzielt: Mithilfe der Kinesiologie prüft sie, welche Bachblüten zu den Ängsten der Kinder passen. Eltern geben ihren Liebsten circa zwei Tropfen der ausgewählten Blütenessenzen in ein Glas mit stillem Wasser. Bitte denkt daran, dass bei tiefer greifenden Problemen oft erst nach Wochen eine positive Veränderung im Befinden des Kindes zu beobachten ist. Von Bachblüten kann man keine Wunder erwarten, doch bieten sie meist eine tolle Ergänzung zu Gesprächen und liebevollem Verständnis.

Natur - Frühling

Den Konkakt zu Freunden aufrechterhalten

Sie sind Spielkameraden, Leidensgenossen, Kameraden, Verbündete und Vorbilder: Kinder brauchen Freunde. Mit denen sie etwas erleben und die sie auf Augenhöhe verstehen. Mit ihnen werden geistige und körperliche Kompetenzen erworben. Mit ihnen können sie sich bestens entwickeln und lernen Bindungsfähigkeit. Meist ist es selbst während einem Lockdown möglich, dass sich Kinder mit einem Kontakt treffen können. Oft ist auch mehr erlaubt – vor allem in den warmen Monaten. Diese Treffen sind wichtig für unsere Kinder!

Waldspa in Holzgau im Lechtal

Familie als liebevoller Rückzugsort

Natürlich ist zu Hause nicht alles perfekt. Muss auch nicht. Eltern mit Macken können lustig sein. Wichtig ist: Je chaotischer die Welt draußen ist, desto mehr brauchen wir Harmonie im eigenen Haus. Je unberechenbarer die Welt draußen ist, desto wohltuender ist das Gefühl, sich in den eigenen vier Wänden sicher zu fühlen. Geborgen, gewollt und geliebt. Wir können unseren Kindern die Welt nicht schöner machen. Doch wir können ihnen Liebe und Rückhalt geben, um die Probleme besser zu ertragen. Wir brauchen sie nicht abzuhärten. Es reicht, wenn wir sie zu emphatischen und selbstbewussten Menschen erziehen.

Elischeba Wilde mit Familie im Garten

Fotografin: Andrea Brüning

Wie geht ihr mit Ängsten um? Welche Tipps habt ihr für andere Familien?

Liebe Grüße von Elischeba

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Die Generation Corona leidet unter Ängsten, fehlender Struktur und Sorgen. Wie können wir unseren Kinder helfen, besser durch die Pandemie zu kommen?
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4 Kommentare

  1. Avatar
    Kathrin
    03/12/2021 / 23:01

    Deine Texte sind immer so schön ermunternd, liebe Elischeba!

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      04/12/2021 / 13:24

      Ohhh ganz lieben Dank, Kathrin!

  2. Avatar
    Eileen
    05/12/2021 / 15:23

    Ein sehr schöner Artikel. Meine Tochter kommt gut damit klar, aber ein Nachbarsjunge hat sehr viel Angst und Schlafprobleme.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      06/12/2021 / 10:46

      Das tut mir für den Nachbarsjungen sehr leid. Hoffentlich geht es ihm bald wieder besser.

      Dankeschön fürs postiive Feedback zu meinem Artkel.

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