Heute vor einem Jahr mussten wir unseren ersten Hund begraben. Der erste Hund bleibt unvergessen. Unsere Fellnase Bonnie war voller Empathie und eine wunderbare Anfängerhündin. Sie war geduldig mit ihrer Familie. Außerdem hat sie uns mit Liebe überschüttet und jede Reise schöner gemacht.
Hier habe ich euch vom schrecklichen Tag geschrieben. Und den dunklen Stunden danach. Unsere geliebte Bonnie mussten wir am 16. Mai 2025 um circa 19 Uhr 30 ziehen lassen. Am nächsten Tag haben wir sie beerdigt und stehen auch nach einem Jahr noch oft an ihrem Grab.
Erster Hund voller Empathie
Viele Menschen trauern nach dem Tod von einem Hund so lange, weil ein Hund eben nicht einfach nur ein Haustier ist. Sondern ein fester Teil vom Alltag und von der Familie. Dein Hund ist morgens da, wenn du aufstehst. Und er wartet an der Tür, läuft überall mit hin und begleitet dich über viele Jahre. Und genau deshalb fehlt nach dem Tod nicht nur das Tier selbst, sondern irgendwie auch ein Stück vom eigenen Leben.

Dazu kommt, dass Hunde uns oft durch schwere Zeiten begleiten. Manche waren da, als wir umgezogen sind, Liebeskummer hatten, Kinder bekommen haben oder einfach einsame Phasen erlebt haben. Dadurch hängen an einem Hund unglaublich viele Erinnerungen und Gefühle. Und deswegen tut der Verlust oft viel tiefer weh, als Außenstehende manchmal denken.
Ich muss zugeben, dass ich, als ich noch keinen Hund hatte, zwar Empathie hatte, wenn jemand sein Haustier verloren hat. Aber so ganz nachvollziehen kann es nur, wer selbst mal seinen vierbeinigen Freund verloren hat.
Erster Hund auf Seelenebene
Immerhin lieben Hunde uns halt auf eine sehr direkte Art. Ohne Streit, ohne komplizierte Erwartungen und irgendwie immer ehrlich. Ich habe Bonnie häufig Dinge erzählt, die mich gerade bewegt haben. Wenn dieser tägliche Begleiter plötzlich fehlt, dann entsteht oft eine riesige Lücke und an die musst du dich erstmal gewöhnen.
Außerdem ist Trauer nicht nur traurig, sondern oft auch ungewohnt leer. Auf einmal gibt es keine Spaziergänge mehr, kein Napfklappern, kein Geräusch von Pfoten im Flur. Und abgesehen von möglichen Kindern oder Partnern niemanden, der sich freut, wenn du nach Hause kommst. Gerade diese kleinen Gewohnheiten haben uns den Verlust jeden Tag wieder spürbar gemacht.

Und weil jeder Hund einen eigenen Charakter hat, kannst du ihn eben auch nicht ersetzen. Ein neuer Hund kann wieder Freude bringen, aber der alte Hund bleibt trotzdem besonders. Und in unserem Fall war es auch noch der erste Hund. Deshalb dauert Trauer häufig lange und manchmal kommt sie sogar nach Monaten plötzlich wieder hoch. Obwohl wir dachten, es wäre schon besser geworden.
Eigentlich zeigt diese lange Trauer doch einfach, wie eng unsere Verbindung war und wie wichtig unser Hund im Leben gewesen ist.
Wann passt ein neuer Hund ins Leben?
Wenn ein Hund stirbt, dann ist das erstmal einfach nur hart, weil da plötzlich jemand fehlt, der vorher jeden Tag da war. Morgens, abends, irgendwie immer. Und dann sagen manche relativ schnell: „Hol dir doch wieder einen neuen Hund“, aber so einfach ist das halt oft nicht. Weil ein neuer Hund den alten eben nicht ersetzt, sondern eher etwas komplett Neues ist.
Anfangs hatte ich sogar gesagt, dass ich am liebsten einen Hund hätte, der ganz anders aussieht. Damit ich nicht vergleiche. Doch meine Family wollte unbedingt wieder eine Coton de Tulear Hündin. Und ich muss zugeben, dass ich ein Fable für kleine weiße Hunde mit viel Fell und schwarzen Knopfaugen habe. Aber wann ist es denn okay, wieder einen Hund zu sich zu holen?
Manche brauchen danach erstmal Zeit für sich, weil die Wohnung plötzlich ruhig ist und weil sie irgendwie noch in den alten Gewohnheiten hängen. Bei uns ist es so, dass Bonnie auf sämtlichen Leinwänden Teil unserer Fotos ist. Wir erinnern uns an Spaziergänge, an den Napf in der Ecke oder daran, in welchen Ecken Bonnie häufig gesessen hat. Und genau deswegen kann es gut sein, erstmal zu warten. Auch wenn wir ohne Fellnase eine Leere spüren.

Andererseits gibt es aber auch Menschen, die ziemlich schnell wieder einen Hund aufnehmen, weil ihnen ohne Tier einfach etwas fehlt. Und weil ihnen der Alltag sonst zu leer vorkommt. Und das ist eigentlich genauso okay, solange man nicht versucht, den neuen Hund genauso haben zu wollen wie den alten. Denn das funktioniert meistens nicht. Jeder Hund ist halt anders.
Trauer hat keinen Plan
Ich glaube, es gibt da keinen perfekten Zeitpunkt, weil Trauer eben nicht nach Plan läuft. Manche merken nach ein paar Wochen, dass sie wieder bereit sind, und andere erst nach Monaten oder sogar Jahren. Wichtig ist wahrscheinlich eher, dass wir ehrlich zu uns selbst sind. Also dass wir überlegen, ob wir wirklich wieder Platz im Herzen haben. Oder ob wir eigentlich noch mitten im Abschied stecken.
Und manchmal hilft es auch, erstmal einfach nur wieder Kontakt zu Hunden zu haben. Zum Beispiel durch Gassi gehen bei Freunden oder im Tierheim. Weil wir dadurch merken, ob die Sehnsucht nach einem eigenen Hund schon wieder größer wird oder ob es noch zu früh ist.

Bei uns war es so, dass wir drei Monate nach dem Tod vom ersten Hund Bonnie in Grömitz im Urlaub gewesen sind. Dann stand ich am Strand und habe auf Facebook gesehen, dass ein Kontakt ein Foto von Billy Jean gepostet hat.
Die kleine weiße Fellnase brauchte dringend ein neues Zuhause. Je schneller, desto besser. Es hat sich wie ein Zeichen angefühlt. Und auf einmal hatten wir ein Lächeln im Gesicht.
Da die Person, die den Post geteilt hat, wusste, dass wir Hunde lieben, hat sie ein gutes Wort bei der Züchterin eingelegt, die den Welpen aus seinem ersten Zuhause zurück holen musste. Denn Billy Jean hatte dort keinen einfachen Start.
Erster Hund und schlechtes Gewissen
Hier kannst du die ganze Geschichte nachlesen, wie Billy Jean zu uns gekommen ist. Wir lieben sie über alles. Auch wenn ich manchmal Bonnie gegenüber ein schlechtes Gewissen hatte. Denn ich hatte unbewusst die Sorge, dass es sich so anfühlt, als würden wir sie ersetzten.
Nämlich durch einen Hund, der genauso aussieht, aber nur jünger ist. Oft stehe ich jedoch vor Bonnies Fotos im Haus und schicke ihr gedanklich dankende Worte. Denn sie war unser erster Hund und wird ewig in unserem Herzen bleiben.

Und doch weiß ich, dass Bonnie nicht gewollt hätte, dass wir zu lange traurig sind. Dass sie Billy Jean auch so ein liebevolles Zuhause gönnt. Mir haben schon Menschen gesagt, dass Bonnies Seele uns Billy Jean geschickt hat.
Billy ist charakterlich anders als Bonnie, wobei wir das nicht vergleichen können und wollen. Billy haben wir als sieben Monate jungen Welpen bekommen. Und Bonnie im Alter von sieben Jahren, damals leider schon mit verdickter Herzklappe.
Bonnie wurde vorher viel weitergereicht und hatte teilweise keine hundegerechten Umstände erlebt. Nachdem ich auf Instagram ein Reel über die Trauer von Bonnies Tod gepostet habe, hat mich die ehemalige Besitzerin von Bonnies Tochter entdeckt.
Und mir geschrieben, dass Bonnies Tochter leider überfahren wurde. Wie schrecklich ist das denn? Und dass Mama und Kind jetzt wieder vereint seien. Außerdem ist die junge Frau immer noch sehr traurig, dass sie Bonnies Tochter durch den tragischen Unfall verloren hat. Und auch sie bleibt ewig in Frauchens Herzen.
Musstest du dich schonmal von einem Hund verabschieden? Wann war für dich ein guter Zeitpunkt für ein neues tierisches Familienmitglied?
Deine Elischeba
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