In letzter Zeit fühlt sich die Welt einfach schwer an. Überall ploppen Nachrichten auf, ständig reden Leute über Krisen, Konflikte oder Dinge, die einem das Herz zusammenziehen. Und obwohl ich versuche, nicht alles an mich ranzulassen, merke ich, wie sehr mich das manchmal beschäftigt.
Und viele Kinder natürlich auch. Kürzlich habe ich mitbekommen, wie Jugendliche im Zug sorgenvoll in die Zukunft geschaut haben. Während sie über Tik Tok traurige Dinge aus dem Weltgeschehen mitverfolgt haben.
Deswegen möchte ich heute auf meinem Blogazin darüber schreiben, wie wir Kinder für Krisenzeiten stark machen können.
Kinder und Jugendliche hören mit. Und sie spüren, dass etwas nicht stimmt, selbst wenn Erwachsene versuchen, ruhig zu bleiben. Es ist fast unmöglich, dem Ganzen komplett aus dem Weg zu gehen. Weil alles so nah geworden ist – auf dem Handy, im Fernsehen, selbst beim Gespräch auf dem Spielplatz.
Gerade deshalb finde ich, dass wir als Eltern heute mehr denn je gefordert sind. Bewusst hinzuschauen, aber auch Grenzen zu setzen. Denn ja, die Zeiten sind turbulent, voller Unsicherheit und manchmal auch Angst.

Aber sie sind eben auch eine Chance, zu zeigen, was wirklich zählt: Nähe, Ruhe, Liebe und Vertrauen.
Ich will, dass meine Kinder wissen, dass es in dieser lauten Welt immer einen Platz der Geborgenheit gibt. Zu Hause, bei uns, im echten Leben.
Immer wieder spüre ich, wie wichtig es ist, ruhig zu bleiben. Besonders dann, wenn um uns herum alles hektisch, laut oder beängstigend wirkt. Und ruhig zu bleiben fällt mir auch oft schwer. Ich bin generell rasch reizüberflutet. Selbst als Yogalehrerin. Es läuft ja ständig irgendetwas im Fernsehen, deswegen lassen wir ihn auch nicht nebenher laufen.

Aber am Handy ist es auch so. Mir wird auf Facebook häufig etwas angezeigt, was mir auf die Stimmung schlägt.
Irgendeine Nachricht, irgendein Bild, das uns Erwachsenen schon das Herz schwer macht. Und weil Kinder so feinfühlig sind, spüren sie sofort, wenn etwas nicht stimmt. Auch wenn sie gar nicht genau verstehen, was eigentlich passiert. Genau das ist der Moment, in dem ich bewusst einen Schritt zurücktrete. Tief durchatme und mir sage: Jetzt ist meine Haltung entscheidend.
Denn ja, die Welt fühlt sich manchmal an wie eine Welle, die alles gleichzeitig will. Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Anteilnahme. Und doch darf ich entscheiden, wann ich in diese Welle eintauche und wann ich den Blick vom Bildschirm nehme. Ich habe gemerkt, dass Kinder vor allem eins brauchen: das Gefühl, dass ihre Welt stabil bleibt. Selbst wenn draußen Stürme toben. Und Stabilität entsteht durch Routinen, durch kleine, immer wiederkehrende Dinge, die Halt geben.

Deshalb schaffen wir uns Rituale – ganz bewusst und ohne Handy, ohne Nachrichten, ohne Ablenkung. Mit unserer Hündin Billy gehen wir raus, auch wenn es kalt ist.
Wir ziehen Mützen auf, die Luft riecht nach Erde, und die Kinder laufen los, ohne Ziel. Nur mit dem Drang, zu entdecken. Ich liebe es, wenn sie mit der Fellnase Äste sammeln oder Tiere beobachten, weil genau da Leben passiert: echt, direkt, unverfälscht. Und während sie rennen, vergesse auch ich kurz, dass irgendwo Schlagzeilen blinken.
In der Natur finde ich jedes Mal diese besondere Ruhe, die weder Apps noch Bildschirme geben können. Es ist, als würde der Wald mich daran erinnern, dass alles wächst, selbst wenn man es gerade nicht sieht. Und genau das erkläre ich den Kindern: Dass alles seine Zeit hat, dass Schwieriges vergeht, dass Schönes bleibt. Und dass wir, solange wir zusammen sind, alles schaffen können.

Im Dezember 2025 haben wir die Nachricht erhalten, dass mein Mann Pierre an Darmkrebs erkrankt ist.
Ich war voller Sorge und dies hat auch unsere Kinder belastet. Wir haben ruhig und offen darüber geredet. Heute sind wir dankbar dafür, dass er dank toller Ärzte durch eine Operation geheilt wurde. Des Weiteren war keine Chemotherapie nötig. Davor hatte ich große Sorge, was wiedermal umsonst war. Denn es ging auch ohne. Und meinem Mann Pierre geht es wieder viel besser.
Zurück zu den Nachrichten. Natürlich frage ich mich auch oft, wie ich meine Kinder schützen kann, ohne sie abzuschirmen. Ich will ja, dass sie stark werden, dass sie lernen, mit der Welt umzugehen, aber eben ohne Angst. Also höre ich zu, erkläre einfach, aber ehrlich, und betone, dass viele Menschen da draußen helfen. Lösungen suchen, Hoffnung tragen. Ich sage: „Schlechte Nachrichten gibt’s immer, aber gute genauso – man muss sie nur finden.“

Damit ich selbst stabil bleibe, habe ich gelernt, auf mein Inneres zu achten. Ich mache Pausen. Atme tiefer und länger.
Manchmal setze ich mich einfach mit einer Tasse Tee ans Fenster, schaue in den Himmel und lasse die Gedanken ziehen. An Tagen, an denen alles zu laut ist, mache ich länger Yoga. Das beruhigt mich, oder bewege mich bewusst langsam. Ich rede mir nicht ein, dass alles perfekt ist. Aber ich erinnere mich daran, dass Ruhe ansteckend ist. Wenn wir ruhig sind, werden es unsere Kinder häufig auch.
Dieses Mindset, dieses innere „Ich darf loslassen“, ist meine tägliche Übung. Ich erwarte nicht, dass alles gelingt. Manche Tage sind voller Emotionen, und ja, auch das darf sein. Ich muss mir auch immer wieder vor Augen führen, dass es andere Menschen nicht dadurch besser geht, dass ich ständig mitleide. Mitfühlen ohne zu sehr zu leiden ist herausfordernd. Aber wichtig. Wie wir mit unseren Gefühlen umgehen, zeigt Kindern, wie sie mit ihren umgehen könnten.

Abends machen wir manchmal eine „Technikpause“.
Kein Fernsehen, kein Handy – stattdessen Kuscheldecke, erzählen, worüber wir gelacht oder wovor wir uns gefürchtet haben. Es ist unglaublich, wie tief Kinder dann sprechen, wenn man wirklich zuhört. Und jedes Mal spüre ich, wie die Verbindung wächst.
Ich glaube fest daran, dass Sicherheit nichts mit Kontrolle zu tun hat, sondern mit Nähe. Denn wenn Kinder Liebe, Zuwendung und Vertrauen spüren, dann fühlen sie sich sicher. Egal, was im Fernsehen läuft. Diese Gewissheit will ich ihnen geben: dass sie geborgen sind, wenn sie bei uns sind, und dass sie immer ein Stück Licht in sich tragen. Auch wenn draußen Dunkelheit ist.
Wobei ich gerade sehr glücklich über den begonnenen Frühling bin. Während ich diese Zeilen tippe sitze ich draußen auf dem Balkon und höre die Vögel zwitschern. Solche kleinen Dinge wahrzunehmen fördert Dankbarkeit.

Deshalb sage ich mir jeden Tag: Es reicht, informiert zu bleiben, ohne alles sehen zu müssen. Die wichtigen Dinge finden einen sowieso. Und das Leben dazwischen, das echte, die kleinen Momente beim Lachen, beim Toben, beim Trösten. Genau das stärkt uns.
Und doch, wenn ich genauer hinschaue, passiert jeden Tag auch so unglaublich viel Positives.
Wirklich – man muss nur den Blick bewusst darauf richten. Denn während im Fernsehen die schlimmen Dinge gezeigt werden, geschehen draußen gleichzeitig unzählige kleine Wunder. Da hilft jemand einer älteren Nachbarin beim Einkaufen, dort lachen Kinder miteinander auf dem Spielplatz, und irgendwo pflanzt jemand einen Baum. Einfach, weil es das Richtige ist.
Ich sehe Eltern, die sich gegenseitig unterstützen. Lehrerinnen, die mit Geduld und Herz unterrichten, Freunde, die füreinander da sind, auch wenn das Leben manchmal stolpert. Und dann sind da diese stillen Momente. Wenn jemand lächelt, obwohl der Tag anstrengend war, oder wenn Kinder anfangen zu kichern, nur weil ein Vogel lustig hüpft. All das zählt, auch wenn es keine Schlagzeile bekommt.
Ich glaube fest daran, dass die guten Dinge nicht weniger werden, sie fallen uns nur seltener auf. Weil das Negative so laut ist. Deshalb trainiere ich mich darin, das Gute bewusster wahrzunehmen: den Sonnenschein auf der Haut, die frische Luft nach dem Regen, den freundlichen Blick einer fremden Person. Es sind kleine Zeichen, aber sie erinnern mich jeden Tag daran, dass die Welt nicht nur schwer ist. Sie ist auch voller Hoffnung, Hilfsbereitschaft und echter Menschlichkeit.

Am Ende des Tages bin ich dankbar. Nicht, weil alles leicht ist, sondern weil wir als Familie zusammenhalten. Weil wir uns gegenseitig erinnern: Ruhe kann man lernen, Liebe kann man spüren, und Hoffnung ist etwas, das wächst, wenn man es jeden Tag gießt. Und vielleicht, ja vielleicht, beginnt genau darin die Sicherheit, die Kinder wirklich brauchen – ein Zuhause voller Vertrauen, Wärme und dieser leisen, tiefen Ruhe.
Wie denkst du darüber? Ich freue mich auf deinen Kommentar.
Elischeba
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