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Winterruhe statt Neujahrs-Overload 

Der Januar ist da. Neues Jahr, neues Glück, neue Vorsätze. Und häufig auch: neue Müdigkeit. Auf meinem Yogablog habe ich meine Gedanken dazu verewigt, dass zu viele Vorsätze stressen können. Und nicht im Einklang mit der Natur sind.
Diese Gefühle kamen mir auf, da ich selber im Frühling meist viel mehr Energie habe, als im Winter. Gerne nehme ich dich auf meinem Blogazin ein bisschen mit und verrate dir, warum ich so denke. Dass wir es im Januar nicht übertreiben sollen.

Der Körper steckt noch im Winterschlafmodus

Unser Körper ist ein erstaunlich kluges System. Nur eben nicht so kalendergesteuert wie unsere To-do-Listen. Der Dezember ist meist eine Mischung aus Stress, Feiern, Völlerei und zu wenig Schlaf. Danach braucht unser Organismus Zeit zum Reset.
Doch der Kalender kennt häufig kein Gefühl für Erholung. Kaum ist Silvester vorbei, soll man direkt loslegen. Mit Fitness, Diäten, Karriere, Achtsamkeit und Perfektion. Dabei hat der Körper eigentlich ganz andere Pläne.

Im Winter, besonders im Januar, laufen viele Prozesse etwas langsamer. Das Tageslicht ist knapp. Unser Vitamin-D-Spiegel ist im Keller. Hier kannst du zusätzlich etwas für dich tun (Affiliate Link). Und der Stoffwechsel taktet sich natürlicherweise etwas runter. Unser Körper hat also gute Gründe, ein bisschen gemütlicher zu machen. Das hat nichts mit Faulheit zu tun – es ist Biologie.

Schau dir die Natur an: Bären halten Winterschlaf, Igel verkriechen sich in Laubhaufen. Und selbst manche Pflanzen „atmen“ kaum. Sie speichern Energie, um im Frühling wieder durchzustarten. Warum also verlangen wir Menschen, dass wir mitten im tiefsten Winter energetischer sein sollen als sonst?

Zu viele Vorsätze – das Rezept für Frust

Wir Menschen lieben Neuanfänge. Immerhin scheint der Jahresstart dafür perfekt. Doch das Problem ist: Wir übertreiben. Statt kleine, gut machbare Schritte zu wählen, hauen wir uns gleich eine Liste mit zehn Punkten um die Ohren: mehr Sport, weniger Handy, gesünder essen, mehr lesen, früher schlafen, mehr sparen, weniger konsumieren, mehr Freundschaften pflegen. Dabei meditieren und am besten noch Spanisch lernen.

Kein Wunder, dass das nicht lange hält. Unser Gehirn kann nur eine begrenzte Anzahl neuer Gewohnheiten gleichzeitig etablieren. Wenn du alles auf einmal willst, bricht das Kartenhaus schnell zusammen. Und statt Motivation bleibt Frust.

Der Trick ist, sich auf maximal ein bis zwei realistische Vorsätze zu konzentrieren. Und zwar solche, die dich unterstützen, nicht überfordern.

Heidesee bei Coesfeld

Vorsätze, die nicht überstrapazieren

Hier sind ein paar Kriterien, wie du dir Vorsätze aussuchst, die deinen Januar nicht zermürben:
  1. Mach sie konkret.
    Statt „Ich will gesünder leben“ sag lieber: „Ich trinke jeden Morgen ein Glas Wasser, bevor ich Kaffee trinke.“
  2. Mach sie klein.
    Es geht nicht darum, alles umzukrempeln. Wenn du dreimal pro Woche Yoga einbauen willst, starte mit 10 Minuten. Hier habe ich ein tolles und kostenlose Video zum Mitmachen für dich.
  3. Mach sie freundlich.
    Keine Selbstkasteiung! Wenn du an einem Tag keine Lust auf Bewegung hast, dann ist das kein Scheitern. Sondern Selbstfürsorge.
  4. Mach sie sinnvoll.
    Frag dich: Tut mir das wirklich gut, oder mache ich das, weil man sollte? Authentische Ziele halten länger.

Yoga-Posen für den Januar

Yoga ist im Januar ein wunderbares Werkzeug. Um sanft in Bewegung zu kommen, Wärme zu erzeugen und dich wieder mit deinem Körper zu verbinden. Es muss nicht kompliziert sein. Keine Akrobatik, sondern Achtsamkeit.
  • Katze-Kuh (Marjaryasana-Bitilasana): Perfekt zum Aufwachen am Morgen. Bringt Bewegung in die Wirbelsäule und regt den Kreislauf an.
  • Herabschauender Hund (Adho Mukha Svanasana): Aktiviert den ganzen Körper, stärkt Arme und Beine und bringt Frische in müde Glieder.
  • Krieger II (Virabhadrasana II): Erdet und gibt Kraft – passend, um mit neuer Stabilität ins Jahr zu gehen.
  • Kindeshaltung (Balasana): Für Momente, in denen du dich zurückziehen möchtest. Ruhe, Geborgenheit, Ausatmen.
  • Drehsitz (Ardha Matsyendrasana): Unterstützt die Verdauung – nach der Festtagsschlemmerei ideal.
Am besten du planst dir lieber kleine Yogasequenzen (10–20 Minuten am Tag) statt gleich eine Stunde. Das Wichtigste: regelmäßig und entspannt, nicht perfekt.

Ernährung für mehr Energie

Nach den Feiertagen ist der Körper oft überzuckert, entwässert und überfordert. Deshalb gilt: kein harter Detox, sondern sanfte Rückkehr zur Balance.
  • Warmes Frühstück: Im Rahmen meiner Panchakarma Kur in Sri Lanka im Sommer 2006 habe ich es gelernt: Haferbrei mit Apfel, Zimt und etwas Nussmus wärmt von innen und stabilisiert deinen Blutzucker.
  • Saisonales Gemüse: Rosenkohl, Grünkohl, Rote Bete – wahre Vitaminbomben für den Winter.
  • Wasser und Tee: Gerade im Winter vergessen viele das Trinken. Kräutertee oder heißes Wasser mit Zitrone wirkt Wunder.
  • Ingwer und Kurkuma: Beides stärkt das Immunsystem und sorgt für innere Wärme.
  • Mehr Eiweiß: Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen halten dich länger satt, ohne müde zu machen.
Und ja – Schokolade darf sein. Dunkle Schokolade (ab 70 %) hebt die Stimmung und enthält Magnesium. Ich genieße sie täglich. Wieso ich trotzdem schlank bin liest du hier. Kleine Freuden sind wichtig, besonders wenn draußen alles grau ist.
gesunder Tee - Malantis Früchtetee

Deine Energie tankt im Januar anders

Ein großes Missverständnis: Viele denken, sie müssten im Januar voller Power losmarschieren. Dabei geht es eher darum, die Basis zu schaffen – Schlaf, Bewegung, Ernährung, frische Luft und Licht. Das sind deine Energiequellen.
  • Tageslicht nutzen: Geh, wenn möglich, mittags raus. Selbst 15 Minuten Helligkeit helfen, den zirkadianen Rhythmus zu stabilisieren.
  • Schlaf ernst nehmen: Winter ist Schlafzeit. Wenn du abends früher müde bist – geh ruhig schlafen. Kein Grund, dagegen anzukämpfen.
  • Sanfte Bewegung statt Drill: Spaziergänge, Yin-Yoga, Tanzen in der Küche – alles zählt.
  • Digitale Pausen: Der Geist braucht auch Ruhe. Weniger Scrollen, mehr Fühlen.

Die Natur macht’s uns vor

Wenn wir ein bisschen mehr wie die Natur denken würden, wäre vieles leichter. Der Wald wächst nicht im Januar. Die Tiere ruhen, sammeln Kraft, statt Energie zu vergeuden. Keiner verurteilt den Bären, weil er nicht läuft oder Ziele visualisiert. Warum also verurteilen wir uns selbst, wenn wir gerade eher Pause als Power fühlen?

Pflanzen ziehen sich in ihre Wurzeln zurück – sie investieren in Stabilität, bevor sie neu austreiben. Genau das können wir uns abschauen: Der Januar ist die Zeit, um innerlich zu wurzeln, Kraft zu sammeln und Pläne in Ruhe reifen zu lassen. Der Frühling wird früh genug kommen, und dann kannst du loslegen.

Fischermännerstatue auf Island

Kleine Rituale für den Januar

Anstatt den Jahresstart mit intensiven Projekten zu überladen, versuch’s mit sanften Ritualen, die Kraft spenden:
  • Morgens dehnen: Drei bewusste Atemzüge, Arme über den Kopf, kurz strecken – schon bist du mehr bei dir.
  • Abends reflektieren: Schreib drei Dinge auf, die gut waren. Dankbarkeit lenkt den Blick auf Positives.
  • Kerzen anzünden: Lichttherapie auf natürliche Art – hat etwas Archaisches und Beruhigendes.
  • Suppe kochen: Eintöpfe sind Wunderwaffen im Winter. Warm, nahrhaft, liebevoll.

Warum weniger wirklich mehr ist

Wenn du nur einen Gedanken aus diesem Artikel mitnimmst, dann diesen: Januar ist keine Sprintstrecke, sondern ein sanfter Start. Deine beste Strategie für das neue Jahr besteht darin, dich nicht zu überfordern.

Mach dir bewusst: Wachstum passiert nicht durch Druck, sondern durch Rhythmus. Balance ist kein Stillstand, sondern die Kunst, im richtigen Moment ruhiger zu treten.

Auch in der Natur fällt kein Blatt, weil der Baum „motiviert“ ist. Es fällt, weil die Zeit reif ist. Wachstum geschieht, wenn die Bedingungen stimmen – Wasser, Licht, Nährstoffe. Übertrag das auf dein Leben: Deine Vorsätze keimen, wenn du dich gut nährst, dir Licht gönnst und Pausen zulässt.

Fazit: Januar ist zum Aufwachen da – aber langsam

Also: Wenn du im Januar müde bist, dich träge fühlst oder einfach keine Lust hast, 100 neue Gewohnheiten auszuprobieren – du bist völlig in Ordnung. Dein Körper weiß genau, was er tut. Er braucht noch ein bisschen Winter, bevor der Frühling kommt.

Starte klein, bewege dich bewusst, gönn dir Wärmendes, iss nahrhaft und bleib freundlich zu dir. Der Januar ist wie der sanfte Atem vor dem nächsten großen Einatmen des Jahres. Kein Sprint, sondern ein bewusstes Ankommen. Übrigens habe ich am 30. Januar Geburtstag. Diesmal eine runde Zahl. Trotzdem wird der Januar nicht mein Lieblingsmonat. Du wirst das sicher gut verstehen.

Also, gönn dir im Januar ruhig mal den Luxus, nichts zu überstürzen – das Jahr läuft dir nicht davon.

Elischeba

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