Erfahrungen Ersttrimesterscreening in der 13. Woche

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Beim Ersttrimesterscreening wird im Rahmen der Pränataldiagnostik im ersten Drittel der Schwangerschaft untersucht, ob beim ungeborenen Kind ein Risiko besteht, dass es mit einem Down-Syndrom auf die Welt kommt. Der Begriff „Pränataldiagnostik“ steht für Untersuchungen an Föten und werdenden Müttern – also für alle Untersuchungen, die vor der Geburt eines Kindes stattfinden. Ich erzähle euch heute auf meinem Blogazin davon, wieso ich dies testen lasse, wie ich mich dabei fühle und berichte von meinen Erfahrungen.

Och nö. Danach ist mir jetzt gar nicht. Ich habe momentan keine Lust zu lesen, was bei einer Frau „in meinem Alter“ alles schief gehen kann.
Freundlich gebe ich der Empfangsdame das kleine Heft zurück, in dem über die Risiken von sogenannten „spät gebärenden Mütter“ aufgeklärt wird.

Das Magazin zeigt eine Tabelle, die besagt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass eine 38-jährige werdende Mutter ein Kind mit Down-Syndrom bekommt. Es gibt dabei keine genau typische Ausprägung des Down-Syndroms. So wie wir Menschen alle unterschiedlich sind, so unterscheiden sich auch Kinder mit einem Down-Syndrom. Sie sind selbstverständlich in ihrer Persönlichkeit, ihrem Charakter, ihren Stärken und ihren Schwächen individuell verschieden.

Oft sind es Kinder, die besonders viel Liebe geben und ich finde es toll, wenn Eltern sich trotz einer genetischen Störung, die mit körperlichen Wachstumsverzögerungen, charakteristischen Gesichtsmerkmalen und leichten bis mittelschweren Behinderungen verbunden ist, für das Kind entscheiden. Das Down-Syndrom wird durch das Vorhandensein einer vollständigen oder teilweisen zusätzlichen Kopie von Chromosom 21 verursacht.

Nun, ich bin auf das Ersttrimesterscreening neugierig. Denn es gibt ja auch wieder tolle Ultraschallbilder. Wenn du über 35 Jahre alt bist, dann bekommst du diese Untersuchung in der Regel von deiner Krankenkasse bezahlt – frage dann doch einfach deinen Frauenarzt, ob er dir diese verschreibt.

Ultraschallbild in der 13ten Schwangerschaftswoche

Ultraschallbild

So, jetzt sind wir endlich dran. Meine beiden Männer habe ich zur Verstärkung dabei. Der Chefarzt der Frauenklinik in Coesfeld begrüßt uns mit den Worten, dass es eine tolle Überraschung ist, uns wieder zu sehen – immerhin hat er damals geholfen, meinen knapp fünf Kilo schweren und knapp 60 Zentimeter großen Brocken auf die Welt zu bringen.

Und der kleine Mann freut sich jetzt auch auf „Baby gucken“, wie er immer so schön sagt.

Ultraschallbild in der 13ten Schwangerschaftswoche

Ultraschallbild

„Ist das ein schlechtes Zeichen, wenn Sie gar nichts sagen?“ frage ich den Doc nach ein paar Sekunden.

Diese Ungeduld von mir kennt der Chefarzt ja bereits aus dem Kreißsaal. Nein, er wäre lediglich dabei, die Organe zu suchen, antwortet er mir leicht schmunzelnd.

Kurz darauf beginnt er auch schon mit den Erklärungen. Wirbelsäule normal, Magen gut darstellbar. Sehr gut, antworte ich. „Dass der Nacken auch normal sichtbar ist, heißt ja, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit kein Kind mit einem Down-Syndrom bekomme, nicht wahr?“

Dass ich immer schon zwei Schritte weiterdenke, ist er ebenfalls von mir gewohnt. Dann erklärt er mir, dass die Sichtbarkeit des Nasenbeins für diese Untersuchung auch von großer Wichtigkeit ist.

Aber da seien wir gleich dran. Wie schön! Das Nasenbein ist sehr gut darstellbar und sieht hervorragend aus.

Ultraschallbild in der 13ten Schwangerschaftswoche

Ultraschallbild

„Ey, alles gut, Mama!“ würde mein Söhnchen Leon jetzt sagen.

Der Arzt drückt es ein wenig gezielter aus: Mein Risiko, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen, liegt jetzt nur noch bei 1 : 2.384. Vorher dagegen aufgrund „meines Alters“ bei 1 : 119. Das ist doch schon ein kleiner Unterschied. Der rechnerische Geburtstermin wäre der 09. Februar 2015. Der Geburtstermin gemäß dem Ultraschall bereits der 07. Februar 2015.

Wahnsinn, wie viel wir schon sehen können. Den Körper. Arme, Hände und Finger. Beine. Alles dran. Ein kleiner Mensch, der am Daumen nuckelt und dessen Herzschlag zu hören ist.

Für einen Augenblick läuft mir ein Schauer über den Rücken. Immer wieder treiben Frauen ihr Kind ab. Ich kann verstehen, dass es Umstände im Leben gibt, wo man mit einem Kind total überfordert ist. Aber dafür gibt es ja auch Adoptionen oder zur Not auch Babyklappen.

Ultraschallbild in der 13ten Schwangerschaftswoche

Ultraschallbild

So, der Schauer ist wieder weg und meine Neugierde groß. Eigentlich darf er noch nichts sagen und er kann es auch noch gar nicht.

Aber ich setze meinen ganzen Charme ein und frage ihn, ob er bitte bitte bitte nicht mal gucken könnte, was es wird. Der Doc erklärt mir, dass die 13. Woche dafür noch zu früh ist.

Dann erzähle ich ihm, dass ich im Internet recherchiert hätte. Das Kind sei drei Tage nach Beendigung meiner Periode entstanden. So lange vor dem Eisprung sei die Wahrscheinlichkeit äußerst hoch, dass es ein Mädchen wird.

Aber gemäß dem chinesischen Empfängniskalender würde ich wieder einen Jungen erwarten. Mit dem Alter der Mutter sowie dem Monat der Empfängnis sei das ja in Sekunden herauszufinden.

Elischeba Wilde - Schwangerschaft dritter Monat

Fotograf: Olaf Habig

Der Chefarzt grinst wieder. Er schaut noch mal nach und antwortet bedächtig. „Tja, Sie kriegen dann einen Jungen und ein Mädchen.“

Meinem Mann bleibt kurz das Herz stehen. NEIN! DAS IST DOCH JETZT EIN WITZ ODER? Ich muss mich kurz schieflachen, da ja deutlich zu sehen ist, dass da nur ein Kind da ist.

O.K. O.K. O.K. er zoomt noch mal ran und schaut ganz genau. Wiederholt sagt er mir, dass er noch absolut gar keine Garantie geben kann – dass es dafür einfach zu früh ist.

Ach kommen Sie, erwidere ich, Sie haben doch so viel Erfahrung. Was sagt denn Ihr Gefühl?

Ein kleines bisschen sehen Sie doch schon was.

Stimmt.

Ein kleines bisschen ja.

Und er tippt auf ein MÄDCHEN!!!!!!!!!!!!!

Das wars für heute – bis zum nächsten Mal und liebe Grüße von

Elischeba

Hier noch ein paar Fakten, die erklären, wieso man ab 35 Jahren bei Frauen von einer Risikoschwangerschaft ausgeht.

Vorab jedoch kurz gesagt: Ich fühle mich gut und fit und habe auch ein angenehmes Bauchgefühl, wenn ich an die Geburt denke, die voraussichtlich im Februar 2015 mein Leben wieder ein bisschen mehr auf den Kopf stellt. Laut Statistiken treten Schwangerschaftskomplikationen mit höherem Alter der Mutter häufiger auf. Dazu zählen schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, Eiweißausscheidung im Urin, Schwangerschaftsdiabetes oder Funktionsstörungen des Mutterkuchens mit Unterversorgung des Kindes. Aus diesem Grund bieten Ärzte und Krankenkassen häufigere Vorsorgeuntersuchungen an und raten sogar ernsthaft dazu. Denn die meisten Probleme lassen sich frühzeitig erkennen und somit behandeln.

Bei älteren Erstgebärenden kann es außerdem sein, dass die Geburt länger dauert, als bei jüngeren. Somit könnte das Risiko für einen überraschenden Sauerstoffmangel steigen. Deswegen gibt es bei älteren Frauen wohl häufiger Kaiserschnitt-Entbindungen. Doch wie du hier liest, hatte ich beim Mini Chef eine natürliche Geburt und war bei der Entbindung 36 Jahre jung.

Natürlich mögen mit steigendem Alter auch gesundheitliche Probleme der Eltern dazukommen. Doch in einem gewissen Maße hast du hier mit einer ausgewogenen Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse und regelmäßigem Sport die Möglichkeit, dein Alter auf dem Personalausweis „ausgleichen“. Ihr wisst ja: es gibt auch ein biologisches Alter. Das kann man durch den Verzicht aufs Rauchen, durch positives Denken, frische Luft, Bewegung und mit viel frischer, sowie pflanzlicher Kost zurückdrehen – „jünger werden lassen“ – oder zumindest eine gewisse Zeit auf dem gleichen Level halten.

Also: mach dir als Mami über 35 Jahren nicht zu viele Sorgen.
Nehme aber gründliche allgemeinärztliche und gynäkologische Untersuchungen vor der angepeilten Schwangerschaft regelmäßig wahr. So ein Mix aus Vernunft und Gelassenheit ist vorteilhaft. Positiv denken, aber trotzdem gewissenhaft sein.

Elischeba Wilde - Fisch essen im Hotel Aurora in Kroatien

Photocredits der Ultraschallbilder: Krankenhaus Coesfeld und Gyn Velen.

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Erfahrungen Ersttrimesterscreening in der 13. Woche
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Erfahrungen Ersttrimesterscreening in der 13. Woche
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Heute nimmt Elischeba die Untersuchung in Anspruch, die zeigt, ob man ein Down-Syndrom weitestgehend ausschließen kann. Was wird es? Junge oder Mädchen?
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4 Kommentare

  1. Avatar
    Sina
    05/08/2014 / 10:47

    oh ein Mädchen wäre ja nach einem Jungen echt perfekt – es ist schön beides zu haben ! 🙂

  2. Avatar
    Mamamulle
    05/08/2014 / 22:25

    Oh das wäre ja eine schöne Überraschung mit einem Mädchen 🙂 Tolle Bilder, ich will auch 🙂

    https://www.mamamulle.de

  3. Avatar
    Tamara
    01/07/2022 / 18:58

    Deine Erfahrungen mit dem Ersttrimesterscreening in der 13. Woche finde ich sehr spannend, da mir das nächste Woche bevorsteht und ich bin schon 41, fühle mich aber wie du auch deutlich jünger.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      05/07/2022 / 12:25

      Oh wie schön, ich wünsche dir alles Gute für die Geburt!

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