Mutter-Kind-Kur – meine Gedanken zwei Tage vor der Abreise

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Fast drei Wochen habe ich in der AWOSANO Mutter/Vater-Kind-Klinik Rerik an der schönen Ostsee verbracht. Zwei Tage vor der Abreise sortiere ich meine Gedanken. Dankbar und wehmütig zugleich.

Wenige Tage vor Start meiner Mutter-Kind-Kur klingelt es im Juni 2016 an der Rezeption. Ich bin dran. Ich hätte auf Facebook gelesen, dass man um sieben Uhr beim Frühstück sitzen soll und dass die Kids um acht Uhr in die Kinderbetreuung gebracht werden. Da ab 8 Uhr 15 Mamis Kurse, Behandlungen und Arzttermine stattfinden.

Allerdings wären meine Kinder es doch gewohnt, bis 7 Uhr 30 zu schlafen und wenn ich sie vorher wecke, dann sind sie total unausgeglichen.

Ausblick vom Balkon - Buntes Haus in Rerik

Manchmal schaffe ich es, bereits Chaos zu verbreiten, bevor ich überhaupt irgendwo erscheine. Mir wird am Telefon freundlich geantwortet, dass ich doch erstmal anreisen soll und dann würde man schauen, wie was klappt. Na gut.

Emily und Leon im Bollerwagen

Ganz abgesehen davon habe ich vor meiner dreiwöchigen Mutter-Kind-Kur auch ein gewisses Maß an Respekt vor der ganzen Aktion. Drei Wochen! So eine lange Zeit war ich noch nie mit meinen Kindern irgendwo alleine. Eigentlich hatte ich meinen Mann Pierre bis jetzt immer und überall als hilfsbereite Stütze dabei.

Morgen werde ich wieder an der Rezeption stehen. Mit großen Koffern in der Hand. Diejenige, die vorher alle verrückt gemacht hat, will jetzt gar nicht mehr weg.

Emchens Freunde

„Vermisst du denn gar nicht deinen Mann?“ fragt mich eine Kurgenossin schmunzelnd, als ich ihr gestehe, dass ich diese Kur wahnsinnig gern verlängern würde.

Falls du jetzt von zu Hause aus mitliest, lieber Pierre: Klar vermissen wir dich! Abreisen ist hier trotzdem blöd.

Auf Facebook habe ich Beiträge von Müttern gelesen, die beschrieben haben, wie sehr sie sich nach Rerik zurücksehnen. Noch Jahre nach der Kur!

Abschiedsmappen von Leon und Emily

Was ich dachte, als ich Anfang 2016 die Beiträge gelesen habe? Ist doch „nur“ eine Kur. Ja. Es ist „nur“ eine Kur. Und jetzt bin ich auch so eine Mami, die hier auf ihrem Appartement sitzt, die Abschiedsmappen aus dem Kinderland in die Hand nimmt und gar nicht mehr weg möchte. Ich gehe die gemalten Bilder von Leon durch und erinnere mich.

malen in der Kita - Mutter-Kind-Kur in Rerik

Wie ich einmal morgens um 10 Uhr erfrischt aus dem Meer gekommen bin und mir auf dem Rückweg am schönen Hafen die gut gelaunte „Seepferdchengruppe“ entgegen gelaufen ist.

„Mami, Mami!“ rief Leon, kam prompt auf mich zu gerannt, hat mit seinen Armen meine Beine umzingelt und freudestrahlend gerufen, dass er jetzt mit den anderen Kindern ein Eis essen geht. Der Junior hat mir erzählt, dass er sich Vanille aussuchen wird, weil das seine Lieblingssorte ist. Wie süß.

Hafen in Rerik

Oder wie ich Emily aus der Betreuung abholen wollte und dann im Garten vor der Schneckengruppe ein kleines Mädchen total vergnügt auf der Schaukel gesehen habe. Breites Grinsen und fröhliches Gekreische.

Emily mit Schaukelfreundin

Es gibt so viele Dinge, an die ich mich hier gern erinnere.

Gemeinsames Walken mit Kurgenossen in der traumhaft schönen Natur des Ostseebades Rerik. Gespräche mit anderen Müttern, die mir im Laufe der Zeit ans Herz gewachsen sind. Die ich echt vermissen werde! Weitere Treffen habe ich mit insgesamt Dreien recht grob ausgemacht.

Emchen mit Freundin

Am meisten gelacht habe ich beim gemeinsamen Mutter-Kind-Turnen mit Leon, bei dem wir unheimlich viel Spaß hatten.

Nebenbei wurde unsere Beziehung als „Team“ gestärkt. Überhaupt war das zwischen meinen Kindern und mir eine besonders intensive und besondere Zeit.

Ich hatte auch die Möglichkeit, mit jedem Kind mal alleine etwas zu erleben und mich dann auch mal auf nur eins zu konzentrieren. Als Mehrfachmami muss man seine Aufmerksamkeit ja manchmal teilen.

Elischeba und Leon am Hafen in Rerik

Fotograf: Jens Wolter

Wohltuend waren auch Inspirationen, welche mir die tolle Ärztin des Hauses mitgegeben hat, bei der ich ein paar tiefgründige Gesprächstermine hatte.

Die sehr weitsichtige und überaus sympathische Dame hat mir dabei geholfen, tief eingeprägte Vorstellungen aus meiner Kindheit mit einem anderen Blickwinkel zu sehen und an gewisse Situationen weniger emotional dran zu gehen.

Emily spielend im Sand

Als kleine Hausaufgabe hat sie mir das Buch „Im Augenblick leben“ empfohlen, welches Lesern hilft, in neun Wochen mehr Achtsamkeit zu erlangen.

Ich hab ihr erzählt, dass ich das Buch lesen werde, aber das Konzentrieren auf den jetzigen Moment nebenbei auch super von meinen Kindern lernen kann. Wir Erwachsene machen das leider zu selten.

Legs am Balkon - Ausblick

Aber war denn alles nur schön, oder gab es auch echte Herausforderungen?

Wie war das denn zum Beispiel mit dem frühen Aufstehen und den Regeln im Restaurant?

Nun, zu Hause kriegen wir die Kids manchmal kaum ins Bett, da sie so lange fit sind. Aber hier waren sie – dank der tollen Seeluft – früher platt und morgens dementsprechend zeitig wach.

Emily schlafend im Bett - Mutter-kind-Kur in Rerik

Die täglichen Restaurantbesuche waren natürlich eine echte Herausforderung. Links von mir die kleine Maus im Hochstuhl und rechts von mir der quirlige Mini Chef. Kinder sind nunmal nicht ewig mit ihrem Essen beschäftigt – rasch wird ihnen langweilig.

Elischeba mit Kids beim Frühstück im Restaurant - Mutter-Kind-Kur in Rerik

Fotografin: Privat

Gewöhnungsbedürftig war für uns die Regel, dass Kinder unter zehn Jahren nur in Begleitung der Eltern ans Buffet dürfen.

In Hotels hatten wir Monate zuvor zum Beispiel häufig Kinderecken – Leon fand das immer besonders klasse, zu den Automaten zu laufen und uns alle mit Getränken zu versorgen.

Buffet bei der Mutter-Kind-Kur in Rerik

Wenn Leon Nachschub vom Buffet wollte, dann musste ich jedes Mal aufstehen. Mit dem Mini Chef zu den Lebensmitteln laufen, Emily im Hochstuhl lassen und mich auf dem Weg ständig umdrehen, um zu überprüfen, ob bei der kleinen Maus alles in Ordnung ist.

Elischeba und Puppe Emily

Fotograf: Emiliano Leonardi

Und das, obwohl Leon doch eigentlich so selbständig ist. Aber auch das hat letztendlich besser geklappt, als vorher gedacht. Mami konnte nebenbei Konsequenz üben, was nicht zu Mamis Stärken gehört.

Spaziergang zum Salzhaff - Elischeba Wilde und Kids

Fotograf: Emiliano Leonardi

Die Mutter-Kind-Kur hat mir viele Inspirationen für den Alltag gegeben. Sie hat meinen Horizont erweitert und mir neue Energie geschenkt.

Allen Mamis, die solch eine Kur vor sich haben, wünsche ich ebenfalls eine ganz tolle Zeit.

Zum Schluss möchte ich dem AWOSANO Team für die wertvollen Erfahrungen und schönen Momente danken. Und der Techniker Krankenkasse für den reibungslosen und unkomplizierten Ablauf.

Bis bald wieder und liebe Grüße von Elischeba

Photo Credits: Fotografen: Emiliano Leonardi, Elischeba Wilde und Jens Wolter – Models: Elischeba Wilde & Kids plus Freunde

Weiterer Artikel auf meinem Reiseblog:
Die schöne Umgebung der AWOSANO Kurklinik im Ostseebad Rerik

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Mutter-Kind-Kur – meine Gedanken zwei Tage vor der Abreise
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Mutter-Kind-Kur – meine Gedanken zwei Tage vor der Abreise
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Elischeba muss Koffer packen – die Mutter-Kind-Kur neigt sich dem Ende zu. Was war schwierig und was schön? Die Kolumnistin erzählt von ihren Erfahrungen aus Rerik
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Elischeba | Reise-, Lifestyle- & Familien Blogazin by Elischeba Wilde
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12 Kommentare

  1. Avatar
    Silvia
    12/07/2016 / 7:27

    Wieder total spannend zu lesen. Vielen Dank dafür!

    • Avatar
      Elischeba
      12/01/2018 / 9:46

      Gerne, liebe Silvia.

  2. Avatar
    Anita
    12/07/2016 / 21:23

    oohhh da will ich auch hin !!!

    • Avatar
      Elischeba
      12/01/2018 / 9:47

      Kann ich nur empfehlen, wenn du Erholung brauchst.

  3. Avatar
    Tanja
    13/07/2016 / 21:32

    Das ist ja höchstes Lob für die AWOSANO Kliniken 😉 – dass die Techniker Krankenkasse mit denen einen Vertrag hat, hat mir auch eine Freundin schon gesagt. Mir wurde damals von meiner Krankenkasse was anderes vorgeschlagen. War auch o.k., aber vieles einfach nicht optimal und bei weitem nicht so schöne Zimmer wie bei dir! Deine Fotos sehen aus wie aus einem Wellness Hotel 🙂

    • Avatar
      Elischeba
      12/01/2018 / 9:47

      Danke, ja ich war total zufrieden. Mit meinem Zimmer hatte ich allerdings auch viel Glück!

      • Avatar
        Lena
        11/02/2019 / 15:56

        Hallo Elischeba, vielen Dank für deine Mühe. Das ist total spannend. Wo warst du in welchem Haus untergebracht?
        Viele schöne Grüße
        Lena

        • Elischeba
          Elischeba
          Autor
          11/02/2019 / 18:19

          Hallo Lena,

          Dankeschön. Im bunten Haus in Rerik.

          Liebe Grüße von Elischeba

  4. Avatar
    Madlen
    12/01/2018 / 0:03

    Hallo Elischeba,

    Viele von uns Müttern planen und organisieren schon Monate vorher alles durch. Deswegen ist es wichtig, einige Dinge vorab in Erfahrung zu bringen. Wer kann da besser helfen, als eine von uns. Deswegen wäre es super, wenn du mir zu folgenden Punkten Tipps und Antworten geben könntest.

    Wo hast du deinen Buggy geparkt?

    Hattest du das Doppelbett auf Nachfrage bekommen? Auf den Bildern habe ich nur Einzelbetten gesehen.

    Gibt es auch kleines Bettzeug (Kinderbett)?

    Kann man Spielgeräte oder Kinderfahrzeuge leihen und auf dem Gelände benutzen? (Fußbälle, Badmintonspiel, Sandspielzeug, Dreirad, Bobbycar usw)

    Wie groß war der Andrang beim Wäsche waschen? Gibt es mehrere Geräte?

    Gibt es dort Töpfchen oder Toilettenaufsätze?

    Wie sind die Wickelmöglichkeiten auf den Zimmern? (Wickelauflage, Windeleimer)

    Ich reise mit 3 Kindern an (10, 9 und 1 Jahr) und ich möchte nicht unnötig viel mitnehmen.

    Gibt es sonst noch etwas, worauf ich achten muss?

    Ich danke dir schon mal vielmals im Voraus.

    Liebe Grüße
    Madlen

    • Avatar
      Elischeba
      12/01/2018 / 9:46

      Hallo liebe Madlen,

      sehr gern antworte ich auf deine Fragen:

      1. Wo hast du deinen Buggy geparkt?

      Ich hab ihn meist mit ins Zimmer genommen, da – meine damals einjährige – Emily oft drin eingeschlafen ist.

      Ich meine aber mich zu erinnern, dass es auch einen Bereich gab, wo man sie „parken“ konnte.

      2. Hattest du das Doppelbett auf Nachfrage bekommen? Auf den Bildern habe ich nur Einzelbetten gesehen.
      Gibt es auch kleines Bettzeug (Kinderbett)?

      Vor der Kur musste ich einen langen Fragebogen ausfüllen. Beim Bereich „Zimmerwünsche“ habe ich drauf geschrieben, dass meine Tochter bei mir im Bett schläft und dass ich mich über ein großes Bett freuen würde.

      Außerdem hab ich dazu geschrieben, dass ich mich auf der obersten Etage besonders wohl fühle. Ich habe gern einen tollen Ausblick. Beide Wünsche wurden berücksichtigt. Was mir total leid getan hat: Meine Tischnachbarin – die super nett war – hatte gar keine Zimmerwünsche angegeben. Sie hatte das einzige Zimmer ohne Balkon. Es war auch total klein und sie hat sich gar nicht wohl gefühlt.

      Ja es gibt auch Babybetten mit allem drum und dran. Wie man auf meinem Bild sieht habe ich sogar einen Rausfallschutz gekriegt.

      Das Team versucht Zimmerwünsche zu berücksichtigen. Das klappt natürlich nicht immer. Aber wenn ein Baby gewohnt ist bei seiner Mami im Bett zu schlafen, dann ist das natürlich ein wichtiger Punkt, den man versucht zu berücksichtigen. Mein vierjähriger Leon hatte nebenan im Zimmer (Verbindungstür) ein Einzelbett.

      3. Kann man Spielgeräte oder Kinderfahrzeuge leihen und auf dem Gelände benutzen (Fußbälle, Badmintonspiel, Sandspielzeug, Dreirad, Bobbycar usw)?

      Wir haben uns in der Klinik häufig einen Bollerwagen ausgeliehen. Ich glaub das war kostenlos. In der Nähe gibt es einen Fahrradverleih, der auch super für Familien ausgestattet ist. Das haben viele Mütter in Anspruch genommen.

      Meine Kids waren recht lange in der Betreuung und hatten dort alles – auch viele Bollerwagen. Außerdem hab ich für sie vor Ort Sandspielzeug gekauft (hat nur circa 2 oder 3 Euro gekostet). Es gibt auch einen Edeka wo man was kaufen kann. Nachmittags und an den Wochenenden waren wir am Strand oder auf dem Spielplatz – dort brauchten die Kids nicht viel. Fürs Zimmer hatte ich Bücher zum Vorlesen eingesteckt. Mein Sohn hatte noch ein kleines Auto und mehrere Dinosaurier dabei.

      4. Wie groß war der Andrang beim Wäsche waschen? Gibt es mehrere Geräte?

      Ja, es gibt mehrere Geräte. Ich musste zweimal zurücklaufen, weil alles belegt war. Aber dann hat es geklappt. Der Weg war nicht weit – von daher kein Problem. Außerdem habe ich mir einen Wäschekorb und einen Wäscheständer ausgeliehen. Die Wäsche habe ich draußen auf dem Balkon trocknen lassen. Bei Wind und Sonne wurden die Sachen rasch trocken.

      5. Gibt es dort Töpfchen oder Toilettenaufsätze?
      Wie sind die Wickelmöglichkeiten auf den Zimmern? (Wickelauflage, Windeleimer)

      Schau mal oben auf unserem Bild – die Wickelunterlage die du siehst wurde mir vorher ins Zimmer gelegt. Die Klinik ist perfekt ausgestattet – auch Windeleimer und Töpfchen sind vorhanden.

      6. Ich reise mit 3 Kindern an (10, 9 und 1 Jahr) und ich möchte nicht unnötig viel mitnehmen.
      Gibt es sonst noch etwas, worauf ich achten muss?

      Drei Kinder – Respekt! Beim einjährigen Kind würde ich Geduld bei der Eingewöhnung mitbringen. Du hast viele Termine wie Sport, Massagen, Gespräche mit Ärtzen oder Vorträge und dann ist es wichtig, dass die (oder der) Kleine sich in der Betreuung wohl fühlt.

      Ich wünsche dir eine tolle Kur! Ich habe die Zeit sehr genossen.

      Liebe Grüße von Elischeba

      • Avatar
        Madlen
        12/01/2018 / 14:57

        Vielen lieben Dank. Du hast mir sehr weiter geholfen damit, dass du so genau auf alles eingegangen bist.
        Ich halte es genauso, dass meine Kleine am liebsten bei mir im Bett schläft und brauche zum Wäsche trocknen auch einen Balkon!
        Sandspielzeug vor Ort zu kaufen war auch mein Gedanke. Rosie ist gerade 1 Jahr geworden und brauchte das bisher noch nicht.
        Wir freuen uns schon sehr auf die Kur und sie ist auch dringend notwendig. Jetzt kann ich alles bestens vorbereiten Dank deiner wertvollen Tipps! Ich habe alle deine Berichte, Videos und Fotos zum Thema Rerik gesehen, was erheblich dazu beigetragen hat, dass Rerik meine Wunschklinik wurde. Glücklicherweise hat die AOK diesen Wunsch auch berücksichtigt.
        Liebe Grüße
        Madlen

  5. Avatar
    Miriam S.
    29/09/2020 / 17:20

    Ein toller Bericht, ich überlege das auch gerade. Ich war noch nie ohne meinen Mann lange weg. Wie war das vor Ort? Hatten einige nicht starke Sehnsucht?

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