Ein Artikel auf Facebook hat mich dazu gebracht, wiedermal mehr auf den Zusammenhalt zwischen Müttern einzugehen. Doch mehr zu diesem Beitrag später. Erstmal vorweg.
Es gibt diese Tage, an denen alles zu viel wird.
Wenn du mit einem kalten Kaffee in der Hand durchs Wohnzimmer stolperst. Das Baby auf dem Arm, die To-do-Liste im Kopf. Und die Müdigkeit so tief in deinen Knochen sitzt, dass du dich fragst, wie du überhaupt noch funktionierst.
Dann siehst du draußen eine andere Mutter. Lächelnd, perfekt gestylt, mit scheinbar rundum glücklichem Baby. Und für einen Moment fühlst du dich klein, unzulänglich, irgendwie falsch. Dabei brauchst du doch gerade jetzt nichts mehr als ein bisschen Verständnis. Des Weiteren ein paar warme Worte, ein „Hey, ich kenne das“.

Der Beitrag in den sozialen Netzwerken wurde mir zufällig angezeigt. Von einer zweifachen Mami, welche darüber geklagt hat, wie anstrengend ihr Leben gerade ist. Ständig müde, oft gereizt und erschöpft. Ich habe in älteren Artikel häufiger mal geschrieben, dass sie junge Mütter oft gleichzeitig unter- und überfordert fühlen.
Doch mein Problem war nicht dieser Post auf Facebook. Es waren die Kommentare darunter. Die mich echt am Zusammenhalt zwischen Müttern zweifeln ließen.
Lauter Frauen – und auch ein paar Männer – haben darunter geschrieben, dass sie das doch auch geschafft haben. Menschen ohne Kinder erwähnten, dass ihre Mütter das mit drei oder vier Kids hingekriegt haben.
Ich war eine der ganz wenigen, die zugegeben hat, dass die erste Zeit tatsächlich herausfordernd war. Es ist keine Schande, Schwächen zu zeigen.

Denn oft fehlt genau das. Statt gegenseitiger Unterstützung herrscht so oft dieses subtile Vergleichen.
Dieses Abwägen, wer’s besser hinbekommt. Wer die „bessere“ Mutter ist. Mehr Power hat. Oder mit weniger Schlaf auskommt.
Stillen oder Fläschchen, Tragetuch oder Kinderwagen, Brei oder Baby-led-weaning. Als wäre die Liebe zu unseren Kindern messbar an Entscheidungen, die wir unter Erschöpfung, Zeitdruck und Selbstzweifel treffen.
Viele Mütter von älteren Kindern haben vergessen, wie hart diese erste Zeit wirklich war. Sie erinnern sich an die Glücksmomente. Zum Beispiel das erste Lächeln, die winzigen Händchen, dieses überwältigende Gefühl von Liebe. Aber sie haben oft verdrängt, wie es war, nachts jede Stunde aufzuwachen. Und nicht zu wissen, wann man zuletzt geduscht oder warm gegessen hat. Oder sich in einem Meer aus Erwartungen zu verlieren. Den eigenen und den der anderen.

Dabei könnte alles so viel leichter sein, wenn wir einander mehr Raum geben würden.
Wenn wir aufhören, uns gegenseitig zu bewerten, und stattdessen lernen, uns zu tragen. Kein Urteil, kein Augenrollen, kein „Also ich hätte das anders gemacht“.
Nur echtes Zuhören, echtes Dasein. Ein Anruf, eine kleine Nachricht, ein ehrlich gemeintes „Du machst das großartig“. So einfach. Und doch so kostbar.
Denn da ist etwas, das alle Mütter verbindet – egal ob Baby, Schulkind oder Teenager: dieser stille Druck, immer alles schaffen zu müssen.

Familie, Haushalt, Arbeit, Selbstfürsorge – alles gleichzeitig, alles perfekt.
Wir hetzen von Termin zu Termin, wollen präsent sein und stark, ohne zu merken, wie sehr wir uns selbst auf der Strecke lassen. Kein Wunder, dass so viele Mütter sich einsam fühlen, obwohl sie rund um die Uhr von Menschen umgeben sind.
Was wirklich hilft, ist Verständnis. Keine Tipps, keine Ratschläge, keine perfekten Lösungen – sondern einfach Mitgefühl. Wenn eine Mutter ehrlich sagen kann: „Es ist gerade schwer“ und die andere antwortet: „Ja, ich weiß, du bist nicht allein“, dann entsteht etwas, das stärker ist als alle Erziehungsratgeber zusammen: Solidarität.

Vielleicht ist das das größte Geschenk, das wir uns gegenseitig machen können – uns daran zu erinnern, dass wir alle unser Bestes geben.
Manche Tage sind chaotisch, manche wunderschön, manche einfach nur zum Überleben. Aber wir kämpfen denselben Kampf – gegen Zweifel, gegen Erschöpfung, gegen diesen endlosen Anspruch, immer „mehr“ zu sein.
Und vielleicht, wenn wir öfter innehalten, hinschauen und verstehen, dass jede Mutter ihren eigenen Weg geht, dann wächst aus Verständnis wieder Verbindung. Dann erinnern sich auch jene, deren Kinder längst größer sind, daran, dass sie selbst einmal müde waren – und statt zu urteilen, vielleicht lieber fragen: „Wie kann ich dir helfen?“
Ein bisschen weniger Bewertung. Ein bisschen mehr Wärme. Und ganz viel echtes Miteinander – denn am Ende sind wir keine Gegnerinnen, sondern Weggefährtinnen auf derselben, manchmal holprigen, aber unglaublich wertvollen Reise: Muttersein.
Elischeba
Folge mir auf Instagram und Facebook, damit wir in Verbindung bleiben.
Wenn du Reisevideos liebst, dann abonniere meinen YouTube Kanal ElischebaTV.



