Wieso Umweltschutz keine Religion werden darf

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Kaum ein Thema wird momentan so diskutiert, wie der Schutz unseres Klimas. Nachhaltig leben. An die Generation nach uns denken. Und das ist gut so.

Doch es gibt auch eine andere Seite, über die ich mir Gedanken mache – obwohl ich Klimaschutz wahnsinnig wichtig finde.

Mir fällt auf, dass einige eine Religion aus dem Thema Umweltschutz machen. Mit erhobenem Zeigefinger. In sozialen Netzwerken greifen sich wildfremde Menschen an.

Sie lassen keine andere Meinung zu. Und das, ohne genau hinzuschauen. Auch mir ist das passiert. Dazu später.

Kräutergarten am Seehotel

Ich bin nicht generell gegen Plastik. Beim Kauf frage ich mich, wie lange das Spielzeug haltbar ist.

Wird es zum Wegwerfen produziert? Ihr kennt diese Stände auf der Kirmes. Wo man gelbe Enten abschießt und sich was aussuchen darf.

Was du dort kriegst, hält meist drei Tage und wandert dann in den Mülleimer. Darüber ärgere ich mich.

Aber was ist mit robusten Bausteinen, die du kaum zerstören kannst? Diese werden von Kind zu Kind weitergegeben. Von einer Generation an die nächste.

Biene Maja Spielzeug

In unserem Kühlschrank stehen Tupperdosen, mit denen ich Obst und Gemüse drei Wochen frisch halten kann. Langfristig gesehen schmeiße ich dadurch weniger Lebensmittel weg.

Den Wunsch, unser Klima zu schützen, finde ich toll. Aber ich mag es nicht, wenn Menschen dabei hysterisch werden.

Und eine Mutter die andere verurteilt. Die dann eventuell aus Trotz gar nicht mehr darauf achtet.

Ich bin der Meinung, dass ein wilder Vorgarten besser ist, als einer aus Stein. Selbst wenn Unkraut wächst. Für Insekten ein Paradies!

Trotzdem verurteile ich nicht den Nachbarn mit Steinplatten vor dem Haus. Er ist die letzten 20 Jahre nicht ins Flugzeug gestiegen. Ich dagegen mehrfach. Deswegen muss ich mich erst an die eigene Nase packen.

Elischeba im Kornfeld

Fotograf: Gerd Bülte

Wir schaffen es nicht, in jedem Punkt perfekt zu handeln.

Dreimal im Jahr übers Wochenende nach Mallorca fliegen? Geht das alternativ einmal im Jahr und dann länger? Und den Rest des Jahres Städtetrips in Deutschland?

Wer sich keinen Spaß mehr gönnt, wird frustriert. Deswegen überlege ich, wie ich das Leben genießen kann, ohne der Umwelt zu schaden.

Fußballgolf am Bostalsee

Von einer Veganerin habe ich einen auf den Deckel bekommen.

Weil wir Fleisch essen. Dabei ernähre ich mich zu 95 Prozent vegetarisch. Unsere Kinder bekommen Wurst aus artgerechter Haltung und Bio-Weidemilch.

Kinder brauchen für ihr Wachstum tierische Eiweiße. Sie mit Zwang vegan zu ernähren halte ich persönlich für extrem. Obwohl wir nicht vegan leben, machen wir uns täglich Gedanken darüber, wo das Essen auf unserem Teller herkommt. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß.

Kürzlich habe ich einem Bekannten ins Gewissen geredet. Wie kann er auf Kreuzfahrt gehen, wenn er Kinder hat?

Ob er nicht weiß, wie schlimm das für die Umwelt ist.

Jakobsweg bei St. Anton am Arlberg

Dann hat er mir geantwortet, dass das Schiff, mit dem er unterwegs ist, Flüssiggas nutzt. Der Müll wird getrennt und Wasser, was zurück ins Meer gelangt, gefiltert.

Unser Gespräch hat mir gezeigt, dass ich geurteilt habe, ohne genau Bescheid zu wissen.

Das passiert schnell, wenn Umweltschutz eine Religion wird. Wenn Menschen anfangen hysterisch zu werden.

Macht aus Umweltschutz keinen Wettbewerb. Wer schafft es, am meisten zu verzichten?

Wer Liebe zur Natur und zu Tieren entwickelt, der tut automatisch etwas für die Umwelt. Wir schützen, was wir lieben.

Anstatt mit schlechtem Gewissen und mieser Laune durchs Leben zu gehen, können wir schauen, wo wir bereits etwas für die Umwelt tun. Das motiviert uns dazu, mehr zu machen. Ohne Druck dahinter.

Nockberge in Kärnten

Bis auf meine Wimperntusche habe ich fast ausschließlich Naturkosmetik im Schrank. Dank unserem Osmosefilter schmeckt mir unser Leitungswasser.

Außerdem besitze ich kein eigenes Auto. Fahrradfahren ist gesund und tut gut.

Die letzte Zeit haben wir auf Flugreisen verzichtet und festgestellt, wie toll Nahziele sind. Mit Freude und ohne verbissen auf andere zu schauen, macht Umweltschutz eben am meisten Spaß!

Wie siehst du das?

Liebe Grüße von Elischeba

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Wieso Umweltschutz keine Religion werden darf
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Wieso Umweltschutz keine Religion werden darf
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Umweltschutz ist wichtig. Nachhaltig leben. Aber mit erhobenen Zeigefinger? In sozialen Netzwerken greifen sich wildfremde Menschen an. Ob das der richtige Weg ist?
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Elischeba | Reise-, Lifestyle- & Familien Blogazin by Elischeba Wilde
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18 Kommentare

  1. Avatar
    Agnes
    19/09/2019 / 22:31

    Seh ich auch so. Greta Thunberg fand ich anfangs gut. Aber die letzte Zeit nervt sie gerade wegen diesem erhobenen Zeigefinger.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      20/09/2019 / 10:04

      Mit dem Zeigefinger auf eine Person gerichtet hat man selten Erfolg.

      Wer die Liebe zur Umwelt vermittelt, der hilft eher dabei, sie zu schützen.

  2. Avatar
    Tamara G.
    20/09/2019 / 9:53

    Ganz ehrlich? Ich habe mich kürzlich tatsächlich über eine Freundin geärgert. Ich habe bewusst in Deutschland Urlaub gemacht und hatte nur Regen. Für die Umwelt. Sie hatte eine Fernreise gemacht (Umweltschutz ist ihr Sch… egal) und mir im Büro traumhafte Bilder gezeigt. Da war ich innerlich richtig sauer.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      20/09/2019 / 10:06

      Das kann ich total gut verstehen. Bali mag ich auch lieber als den Schwarzwald. 🙂

      Wir hatten im Sommer auch bei Nahzielen Glück mit dem Wetter.

      Trotzdem: Kopf hoch und toll, dass du bei der Wahl deiner Reise an die Umwelt gedacht hast. Hoffentlich hast du beim nächsten Mal viel Sonne!

  3. Avatar
    Jasmin
    20/09/2019 / 10:29

    Dieses ständige schlechte Gewissen macht mich auch fertig. Manchmal muss man sich einfach sagen: Ich schaffe es nicht überall. Punkt.

    Nach einem langen Tag im Büro bin ich einfach zu müde, um mein Shampoo selbst mit Kräutern aus dem Garten zu mixen oder was zu kochen. Da muss Tiefkühlpizza her.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      21/09/2019 / 22:36

      Hallo Jasmin,

      Frust kann auch dazu führen, dass man gar nichts mehr tun möchte.

      Deswegen ist dieser “Punkt” den du nennst manchmal hilfreich.

      Mit der Pizza das kenn ich …

      Liebe Grüße von Elischeba

  4. Avatar
    K. Huster
    20/09/2019 / 14:05

    Sehe ich ganz genauso!

    Wir essen auch Fleisch. Aber nur so 2 x die Woche. Und dann aus dem Bioladen (meistens, immer geht es auch nicht).

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      21/09/2019 / 22:38

      2 x die Woche reicht auch völlig 🙂

      Danke für dein Feedback!

  5. Reinhard
    Reinhard
    21/09/2019 / 9:23

    Hallo Elischeba,

    danke für Deinen guten Artikel und Deine offene Meinung.

    Ich seh das ähnlich und halte überhaupt nichts von Fanatismus … ganz egal auf welchem Gebiet. … Ich lebe getreu dem Motto: “Leben und leben lassen!”
    Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er persönlich das Klima schützen kann und was er bereit ist dafür zu tun. … ABER: JEDER SOLLTE ETWAS TUN !!

    Ich war lange Jahre beruflich und privat Vielfahrer (60.000 km pro Jahr) und Vielflieger (Hon-Status bei der LH) bis ich vor 14 Jahren nach München umzog und mein Auto abschaffte, weil ich keine Lust mehr hatte, dauernd im Stau zu stehen… und ich hab mir seitdem auch kein neues Auto mehr angeschafft.
    Seither bin ich begeisterter Bahnfahrer.
    Meine Flugreisen habe ich auf ein Minimum reduziert und wähle dazu ganz bewusst keine Billigflieger, sondern ausschließlich Fluglinien, die CO2-Kompensationen durchführen.

    Früher war ich ein begeisterter Fleischesser … mittlerweile hab ich mich zu einem 7/8-Vegetarier entwickelt, der nur ab und zu Fleisch ist … dann aber auch mit gutem Gewissen!

    Ich persönlich halte sehr viel vom Energie einsparen. Jede Kilowattstunde, jeder Liter Heizöl, die nicht verbraucht werden, schonen das Klima und den Geldbeutel.

    und was das Plastik anbelangt, setze ich wie Du auf Langlebigkeit. … kurzfristige Einmal- & Wegwerf-Plastikartikel lehne ich ab.

    Aus meiner Sicht gibt es viele Punkte, an denen man ansetzen kann und die man ändern kann, wenn man nur intensiv darüber nachdenkt und bisherige Gewohnheiten infrage stellt und komplett neu denkt.

    Klimaschutz muss nicht unbedingt Verzicht heißen !! … aber er wird nicht ohne grundlegende Veränderungen erreicht werden.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      21/09/2019 / 22:40

      Danke für dein ausgiebiges Feedback. Stimmt, es muss nicht immer Verzicht sein.

      Unsere Kurzreisen haben wir auch nicht so empfunden.

      Du machst das super – weiter so!!!

  6. Avatar
    Miri Mend
    22/09/2019 / 12:03

    Ich bin ganz deiner Meinung. Das Thema “Umweltschutz” wird so extrem gehypt, dass ich schon so genervt bin und nichts mehr davon hören will. Einen Satz aus deinem Beitrag habe ich rauskopiert, den ich selbst in einem A-Post kommentiert habe, wo es um Umweltschutz ging. Hier ging es um eine Diskussion zwischen aggressiven Anti und Pro Umweltschutz “Vertretern” und mein Gedanke war auch: “Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß.”
    Ich denke wir können es nicht 100%ig richtig machen, aber jeder kann irgendwo ein bißchen was tun, so dass man sich nicht in allem begrenzt fühlt, aber auch was Gutes für die Umwelt und unsere Erde tut. Und wenn jeder ein bißchen macht, ist es im Gesamten schon viel. Aber sich gegenseitig zu bekriegen und zu beschuldigen führt doch zu nichts. Jetzt habe ich schon viel mehr geschrieben zu der Sache als ich eigentlich wollte… 😊
    Bin aber einfach froh, dass ich nicht alleine mit meiner Meinung da stehe…

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      25/09/2019 / 11:56

      Genau, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Ganz lieben Dank für dein langes Feedback! 🙂

  7. Avatar
    Vicki Stadlbauer
    22/09/2019 / 13:25

    Hallo Elischeba,
    meine Meinung zu diesem Thema: “Leben und leben lassen”
    Jeder hat ein anderes Bewusstsein dafür, was Umweltschutz für ihn bedeutet und jeder muss seinen für sein Leben besten Weg dafür finden. Damit wir auch unseren Zwergen ein Gefühl dafür mitgeben.
    Alles auf einmal ändern zu wollen und radikal auf alles zu verzichten würde sowieso nicht funktionieren.
    LG Vicki

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      25/09/2019 / 11:57

      Genau – es frustriert auch, wenn man nicht alles schafft. Deswegen ist es besser, etwas aus vollem Herzen zu tun und sich darüber zu freuen.

  8. Avatar
    Anne Xxx
    26/09/2019 / 19:20

    scjöner Artikel.
    jedoch “brauchen” kinder keine tierischen Eiweiße. dss stimmt einfach nicht. und tierliebe geht mit töten für mich leider auch nicht zusammen. würden wir mit Katze und hund auch nicht machen.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      26/09/2019 / 21:40

      Ganz lieben Dank für dein Feedback. Hin und wieder Fleisch aus artgerechter Haltung zu konsumieren kann ich persönlich mit meinem Gewissen vereinbaren.

      Aber ich verstehe was du meinst. Müsste ich das Tier selbst töten, würde ich niemals Fleisch essen können.

  9. Avatar
    Christina
    29/09/2019 / 18:58

    Toller Artikel! So ist es bei mir auch. Ich tue was ich kann und ich versuche immer mehr zu tun. Das aber ohne Stress und vor allem auch ohne anderen damit in den Ohren zu liegen. Wenn man mich fragt, erzähle ich davon. Aber mehr auch nicht.
    Mit welchem Schiff war Dein Bekannter unterwegs? Mein Vater wird demnächst eine Kreuzfahrt machen. Da rede ich auch nicht gegen an, aber ich würde ihm dann zumindest gern zeigen, dass es eine etwas bessere Alternative gibt. Entscheiden tut er, und ich gönne es ihm in beiden Fällen.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      01/10/2019 / 21:30

      Ganz lieben Dank für dein Feedback, liebe Christina!

      Mit “AIDAnova” – das vollständig mit emissionsarmen Flüssigerdgas betrieben wird.

      Toll, dass du ihm das gönnst.

      Alles Gute für euch.

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