Wenn der Abschied vom Kindergarten schmerzt:
Rückblick auf unsere letzten Jahre

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Vor drei Jahren haben wir bereits einen Abschied vom Kindergarten erlebt. Doch diesmal schmerzt er besonders. Denn wenn das jüngste Mitglied der Familie diesen Lebensabschnitt verlässt, dann spüren wir als Eltern, dass unsere Liebsten nicht mehr klein sind.

Meinen Artikel von Leons Abschiedsfeier im Kindergarten beende ich am 14. Juli 2018 mit den Worten einer Freundin:

„Jetzt geht es noch, Elischeba. Wenn du Emily abholst, dann wirst du mit Leon weiterhin in den Kindergarten gehen. Leon wird die Erzieher auch in der Zukunft sehen. Er wird ihnen erzählen, wie es in der Schule läuft. Aber wenn Emily ihren letzten Tag im Kindergarten hat, dann ist es endgültig. Du weißt, dass du die Tür schließt und nie mehr öffnest.“

Puzzle-Matte - Spielsachen

Drei Jahre später – im Sommer 2021 – ist es so weit. Aber ich bin für diesen Tag noch nicht bereit. Ich träume nachts sogar vom Kindergarten. Mein Rückblick auf den 29. Juni 2021:

Wir Eltern sitzen in einem bunt geschmückten Raum. Ballons über uns, Abstand zwischen uns. Die Aufregung liegt in der Luft und die gemischten Gefühle stehen allen Paaren ins Gesicht geschrieben.

Mamabloggerin Elischeba Wilde

Plötzlich wird es ganz still im Raum. Das Lied „Sail Away“ ertönt und unsere Kinder kommen nacheinander stolz und lächelnd in den Raum. Unsere Kleinen, die jetzt groß sind, laufen Richtung Bühne. Sie segeln symbolisch vom Kindergarten in die Schule, erklärt die Leitung der Einrichtung.

Meine Augen werden sofort feucht und ich bin froh, dass ich meine Tränen unter meiner Maske verstecken kann. Ich mag den Mundschutz nicht, aber jetzt ist er mein Verbündeter.

Er hilft mir, den Schmerz zu verstecken, den ich gerade spüre. Natürlich freue ich mich darüber, dass wir so eine schöne Zeit im Kindergarten erleben durften. Doch gerade weil alles so toll war, ist der Abschied umso dramatischer.

Schlaftipps im Beautyblog - Elischeba Wilde

Während Leon knapp drei Jahre alt war, habe ich Emily stundenweise bereits im Alter von einem Jahr in diesen Kindergarten gegeben. So zu entscheiden war richtig. Wie ich in meinem Buch „Bleib geschmeidig, Mama! Wie du mehr Leichtigkeit findest“ geschrieben habe, kann man nicht so allgemein sagen, dass Kinder unter drei Jahren NUR zur Mutter gehören. Ich hatte keine jungen Großeltern in der Nähe, die einspringen konnten. Pierre war abends gegen 19 Uhr zu Hause. Außerdem hat nach meiner ersten Geburt ein schwerer Pflegefall bei uns im Haus gelebt. Das hat uns viel Kraft genommen und seelisch belastet.

Der Weg zur Kita war fünf Jahre lang unser tägliches Ritual. Während der Abschiedsfeier geht mir durch den Kopf, wie ich Emily im Februar 2016 mit vier Zähnen zum Schnuppern vorbeibringe. Wie die Betreuerinnen sie auf den Arm nehmen und schwärmen. „Die ist ja süß“ sagen sie und loben ihre riesigen hellblauen Augen.

Emily ist bereits nach wenigen Tagen angekommen. Dass sie früh viel geredet hat, liegt sicher unter anderem auch an dieser wunderbaren Einrichtung.

Mutter und Tochter - Elischeba und Emily

Fotografin: Silvia Hettche

„Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“, sagt ein afrikanisches Sprichwort. Was für andere die Oma war, das war für mich ein wunderbarer Kindergarten. Fünf Jahre lang.

Während wir singen „So wie du bist, ganz genau so wie du bist, so wirst du von Gott geliebt“ überschlagen sich meine Erinnerungen. Wie Erzieher mir erzählen, dass Emily ein Sonnenschein ist, der das gesamte Umfeld zum Lachen bringt und wie sie Freundschaften schließt, die mit den Jahren inniger werden.

Mir geht das fröhliche Winken von kleinen Händen durch den Kopf. Jeden Tag aufs Neue. Das tägliche Ritual beim Tschüss sagen. Das „Mamaaaa“ und Entgegenlaufen beim Abholen. Egal wie cool unsere Urlaube sind: Kaum etwas geht für Emily über diesen kunterbunten Kindergarten.

Gassi gehen mit Kind

Die Abschiedsfeier endet damit, dass wir Wünsche auf einen Zettel schreiben und an einem Ballon festbinden. Dann stellen wir uns in einen Kreis und schicken alle guten Gedanken in den Himmel. Ich weiß, das ist nicht umweltfreundlich, aber dafür habe ich in diesem Moment keinen Kopf frei.

Die Tage danach kann ich kaum schlafen. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, dass ich Emily nach den Sommerferien nicht mehr in den Kindergarten bringe.

Das fühlt sich surreal an. Sie ist doch unsere Kleine. Das Küken im Haus. Durch Corona hatten wir nichtmal ein richtiges „Wackelzahn-Jahr.“

Momentan befinden wir uns zur Mutter-Kind-Kur in Kühlungsborn. Hier gibt es auch eine liebevolle Betreuung für kleine Gäste. Es gefällt meiner Tochter. Doch sie betont, was sie in jedem Urlaub gesagt hat: Egal wie schön ein Club ist – der Kindergarten übertrifft ALLES.

Elischeba Wilde mit Tochter am Strand von Kühlungsborn

Fotograf: Vincent Leifer

Emily freut sich riesig auf die Schule und ist wissbegierig. Eine Erzieherin hat mir mal gesagt, dass die Maus ein Kind ist, um das ich mir nie Sorgen machen brauche. Extrem selbstbewusst, voller Energie, lebensfroh, mutig, kontaktfreudig und sagt offen, was sie denkt.

Trotzdem wird der Wechsel einen anderen Takt vorgeben. Ausschlafen und drei Minuten vor dem Morgenkreis eintrudeln – das geht im Kindergarten. Doch die Schule fängt um 7 Uhr 55 an. Gut, dass wir im Sommer mit dem Rhythmus starten.

Der neue Lebensabschnitt beginnt mit einem Abschied. Mein Mama-Herz blutet. Ich spüre den Schmerz. Was hilft dagegen? Was macht es einfacher? Ich mache mir bewusst, dass unsere Tochter eine außergewöhnlich sympathische Lehrerin bekommt. So ein Typ Mensch, wie mein Sohn sie im ersten Schuljahr hatte. Heute noch schwärmen Schüler und Eltern von seiner allerersten Lehrerin, denn sie hatte sich für immer in die Herzen geschlichen. Außerdem gehen einige Freunde von Emily zusammen mit ihr in die Klasse. All das macht es leichter.

Einschulung 2021 - Elischeba und Emily

Irgendwann, in ein paar Wochen oder Monaten, werde ich es verinnerlichen, dass ich die Tür zum Kindergarten für immer geschlossen habe. Wir gehen durch neue Türen und freuen uns darauf. Irgendwann wird der Schmerz nachlassen und sich in Freude und Stolz verwandeln. Hoffen wir mal.

Elischeba

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Wenn der Abschied vom Kindergarten schmerzt: Rückblick
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Wenn der Abschied vom Kindergarten schmerzt: Rückblick
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Vor drei Jahren haben wir bereits einen Abschied vom Kindergarten erlebt. Doch diesmal schmerzt er besonders, da das jüngste Kind diesen Lebensabschnitt verlässt.
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Elischeba | Reise-, Lifestyle- & Familien Blogazin by Elischeba Wilde
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7 Kommentare

  1. Mama von Mia
    06/07/2021 / 11:25

    Ohhh, ich musste mitheulen! Wir hatten das letztes Jahr …. toller Artikel mit süßen Fotos.

    • Elischeba
      Autor
      06/07/2021 / 20:20

      Dankeschön! Ja, das ist wirklich SEHR rührend gewesen, heute vor einer Woche.

  2. Tina Heinrich
    06/07/2021 / 21:10

    Ach Gott, da kommen mir ja die Tränen …. bei uns ist es drei Jahre her, ich habe auch sooo geheult!!!!

    • Elischeba
      Autor
      12/07/2021 / 6:40

      Hallo Thea,

      ja, das glaube ich sofort. Mir ging es noch Tage danach richtig komisch.

      Liebe Grüße von Elischeba

  3. Annette
    09/07/2021 / 20:30

    Toller Artikel, aber noch eine andere Frage: Schreibst du noch einen Erfahrungsbericht, beziehungsweise eine Bewertung über eure Mutter-Kind-Klinik in Kühlungsborn? Wir überlegen gerade auch, ob wir einen Antrag stellen. Wir könnten das wirklich gut gebrauchen!!!

    • Elischeba
      Autor
      12/07/2021 / 6:50

      Danke, liebe Annette!

      Ja, stell dir vor: Ich habe damit sogar schon angefangen. Auch auf Instagram (elischebas_blog) wurde ich immer wieder gefragt, ob ich Tipps zum Antrag gebe und darüber schreibe, wie das mit der aktuellen Lage klappt.

      Diese Woche wird mein Bericht ganz sicher online gehen, solange ich mir nicht wieder – wie im Oman – den Arm breche oder sonst was passiert. 😉

      Sonnige Grüße aus Kühlungsborn von Elischeba

  4. Eltern Leserin
    12/07/2021 / 6:56

    Hallo liebe Autorin,

    die Zeitschrift “Eltern” hatte mir diesen Artikel empfohlen und ich finde es so schön zu lesen, dass es anderen Mamis genauso so geht wie mir!!!!

    Dankeschön dafür. Ich kommentiere übrigens nicht oft, aber hier musste es sein.

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