Rückblick auf fünf Wochen Corona-Ferien –
wenn deine Kinder die Kontrolle übernehmen

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Vor fünf Wochen haben unsere Kinder das letzte Mal ihre Freunde gesehen. Wir schauen auf unsere Corona-Ferien zurück. So drücken Emily und Leon diese Zeit „nett“ aus. Bereits am zweiten Tag wurde mir klar, dass vieles anders wird, als ich vorher dachte.

Heute muss ich schmunzeln, wenn ich an meinem Blogbeitrag vom 16. März denke.

Ich lache in mich hinein, da ich euch geraten habe, Struktur in den Tag zu bringen.

Noch lustiger finde ich meine Idee, die Hausaufgaben morgens zu machen.

In der Theorie ist das nett zum Lesen. Aber in der Praxis? Ha ha ha. Was war ich naiv. Unsere Kinder haben die Kontrolle übernommen.

Selfie - Elischeba mit Kids - Sepia

Du findest Legosteine auf unserem weichen Wohnzimmerteppich. Aus sämtlichen Regenschirmen wurden in Emilys Zimmer Häuser gebaut, die nicht kaputt gemacht werden dürfen.

Barfuß in Leons Zimmer laufen? Autsch.

Vor allem im dunkeln geht das schief. Die Eltern unter euch verstehen…

Spielzeug in jeder Ecke. Wenn ein Zimmer langweilig wird, dann wandern die Kids ins nächste. Unser Haus ist ein riesiges Kinderzimmer.

Haus mit Schirmen

Inzwischen bin ich froh darüber, dass kein überraschender Besuch kommen darf.

Das Chaos ist in unser Haus eingezogen. Unordnung verbreitet sich rascher als Viren. Wie Unkraut im Garten, das schneller wächst, als jede Blume.

Chaos mit Kindern

Die Kinder geben den Tagesablauf vor. Sie schlafen morgens aus und gehen abends spät ins Bett.

Nachtaktiv wie Fledermäuse – die ab 20 Uhr nochmal richtig aufdrehen. Außer Sonntags, dann wachen sie gern eher auf.

Corona Ferien - Elischeba und Leon

Frühstücken? Lieber spielen. Die Köpfe sind voller Ideen.

Legosteine müssen verbaut und neue Dinosaurierwelten erschaffen werden.

Wenn ich fertig bin und der Tisch abgeräumt ist, dann brauchen sie blitzschnell ein Butterbrot mit Honig. Kennt ihr, oder?

Am zweiten Tag der Corona-Ferien verkündet der Junior, dass er gern selbst entscheiden möchte, wann er die Hausaufgaben macht.

Solange sie bis abends im Kasten sind, bejahen wir das. Von 5 Uhr 30 bis 22 Uhr ist jede Uhrzeit dabei.

homescooling

Doch soll ich euch was verraten? Zwischen all dem Chaos gibt es auch eine andere Seite.

Die Kids entdecken sich neu und wachsen noch enger zusammen. Sie gehen in ihrer Welt der Phantasie und des kreativen Spiels auf. Sie leben im Augenblick. Mit wenig Spielsachen entstehen die besten Geschichten.

Beschäftigungsangebote rund um die Uhr hindern Kinder daran, selbständig zu spielen. Da sie gewohnt sind, dass Ideen und Programme für sie produziert werden.

blühender Baum im Frühling

Ich bin glücklich darüber, dass sie zu zweit sind. Dass sie sich meist gut verstehen. Dass der Altersunterschied von knapp drei Jahren so gut passt.

Tipps, wie Geschwister ein Team werden, habe ich hier gepostet.

Die Ruhe bietet Vorteile. Im grassierenden Virus besteht eine Chance zur Entschleunigung.

Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Es liegt an uns, das Licht zu entdecken.

Spaziergang in der Natur

Anstatt der geplanten Reise spazieren wir so viel vor der Haustür, wie nie zuvor. Entdecken dabei Stellen im Wald, die wir noch nicht kannten.

Unsere Urlaube fanden häufig auf der Überholspur statt. In der Ruhe liegt verborgene Kraft. Die wir entdecken möchten.

Frühling mit Kindern

Wir sehen dem Gras beim Wachsen zu und erleben den Zauber im Moment.

Erinnerst du dich an meine Freizeit-Tipps für die Corona-Ferien? Wir brauchen uns kaum zu kümmern. Emily und Leon gehen im freien Spiel auf. Sie fragen uns nicht, was sie mit dem Tag anfangen können. Zusammen überlegen sie meist spontan, was sie als nächstes tun.

Das zeigt, dass wir Eltern weder perfekt sein müssen, noch täglich Highlights bieten, damit unsere Kinder gut durch die Krise gelangen. Oft machen wir spontan etwas zusammen – zum Beispiel helfen die Kids gern beim Kochen.

Pusteblume - Löwenzahn

Sogar Langeweile kann Kindern gut tun. Neue Talente entdecken, in Phantasiewelten schweifen und sich selbst finden.

Immerhin kann ich sie nicht ausgiebig bespaßen. Ich muss Wäsche waschen, Einkäufe auspacken, die Spülmaschine ausräumen und die Betten frisch beziehen. Außerdem habe ich unseren Balkon nett hergerichtet.

Corona Ferien - Elischebas Erfahrungen

Täglich arbeite ich einige Stunden am Computer im Home-Office. Ich bin glücklich darüber, dass die Kids klar kommen.

Denn meine Ziele für den Tag möchte ich ebenfalls umsetzen. Zum Beispiel habe in den letzten Tagen sämtliche Schränke aussortiert. Dabei Lebensmittel entdeckt, die bereits zu einem Zeitpunkt abgelaufen sind, als ich noch gar keine Kinder hatte. Ups!

Elischeba Wilde im Home Office

Fotograf: Jürgen Brochtrup

Leon hat bald sämtliche Donald Duck Bücher aus den 70-er Jahren durch. Aus Pierres Sammlung. “Mir fehlen noch circa 5000 Seiten” verkündet der Mini Chef.

Viele Kinder haben täglich ein straffes Programm. Nach den Hausaufgaben warten Vereine oder Freunde vor der Tür. Jetzt kommen sie runter.

blühender Raps

Zwischen dem Chaos gibt es bei uns Rituale, die wir sehr genießen. An den Wochenenden frühstücken wir ausgiebig als Familie.

Abends – wenn Pierre dabei ist – essen wir warm. Dann sitzen wir lange am Tisch. Wie bei den Südländern geht es bei uns mit vielen Gesten und lauten Gesprächen temperamentvoll zu. „Mama, ich rede gerade!“ bekomme ich zu hören, wenn ich Emily ins Wort falle. Grins.

Pierre probiert momentan asiatische Gerichte im Wok aus. Hier seht ihr, was er für „Pho Bo Hanoi“ – unsere vietnamesische Nudelsuppe – vorbereitet.

Zutaten für Pho Bo Hanoi

Zitat von Emily und Leon: “Die Corona-Ferien haben auch tolle Seiten.” Trotzdem reicht es. Sie möchten ihre Freunde wiedersehen. Geht mir auch so.

Doch wir müssen noch einige Wochen durchhalten. Das Ungewisse ist blöd zum Planen. Dann leben wir eben noch mehr im Moment.

Bei euch? Alle gesund? Wie kommt ihr klar? Ich freue mich sehr auf euer Feedback – hinterlasst mir gern Kommentare.

Beste Grüße von Elischeba

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Rückblick auf fünf Wochen Corona-Ferien - wenn deine Kinder die Kontrolle übernehmen
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Rückblick auf fünf Wochen Corona-Ferien - wenn deine Kinder die Kontrolle übernehmen
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Fünf Wochen Corona-Ferien haben wir geschafft. Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Es liegt an uns, das Licht zu entdecken. Lese von unseren Erfahrungen zwischen Chaos, Sorge, neue Zeit zu Hause und Hoffnung.
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Elischeba | Reise-, Lifestyle- & Familien Blogazin by Elischeba Wilde
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11 Kommentare

  1. Avatar
    Renate
    18/04/2020 / 22:45

    Unsere Kinderzimmer sehen schlimmer aus. Ja, kann man noch toppen!

    Schöner und authentischer Bericht!

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      19/04/2020 / 13:21

      Geht das tatsächlich (lach)?

      Dankeschön, liebe Renate!

  2. Avatar
    Jana
    18/04/2020 / 23:00

    Lustige Überschrift. Unser Mini Chef kann auch gut die Kontrolle übernehmen. In den Corona-Ferien erlauben wir auch mehr als sonst. Mehr Fernsehen u.s.w. ist eben eine besondere Zeit.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      19/04/2020 / 13:21

      Ja, dass muss auch sein. Die Kinder sollen sich gern an die Corona-Ferien erinnern.

  3. Avatar
    Tanja
    19/04/2020 / 13:31

    Wie immer witzig und sympathisch geschrieben. Ich mag deinen Blog! Einen schönen Sonntag euch!

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      19/04/2020 / 19:23

      Danke gleichfalls, liebe Tanja!

      Ich freu mich, dass du hier gern liest.

  4. Avatar
    SanDra
    24/04/2020 / 16:44

    Hier machen die Kids auch die Hausgaben, wenns ihnen am besten passt, Hauptsache am Ende des Tages sindse gemacht. Ich find das auch gut, man merkt wie der Druck abfiehl und ich hatte noch nie so gechillte Schulkinder. Leider funktioniert das homescooling nicht von beiden Seiten so toll. Sie machen die Aufgaben, wissen aber nicht obs richtig ist.😏

    Die ersten zwei Wochen gingense auch noch mit spazieren, doch jetzt ist nimmer dran zu denken. Schade eigentlich.

    “lifewithsandraslife.wordpress.com”

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      28/04/2020 / 11:15

      Das machst du toll, Druck mag ich auch nicht so. Bei uns klappt es auch ohne Druck trotzdem gut – wobei es in der Grundschule auch noch einfacher ist. Leon ist in circa 20 Minuten fertig.

  5. Avatar
    Bettina Lukin
    25/04/2020 / 8:13

    Danke für dieses ehrliche Update.

    Meine Jungs sind jünger (3 und 1), das zusammen Spielen klappt da leider noch nicht so wirklich, muss sie immer wieder trennen…. 🤪

    Über das Freispiel wurde im Kindergarten schon viel geredet und ich sehe das auch wie du, dass es so wichtig ist. Der Große spielt auch schon sehr toll und mit viel Fantasie, aber nur so lange, wie der Kleine nicht dabei ist… und da wir nicht so viel Platz haben, muss abends halt aufgeräumt werden.

    Auch das mit der Entschleunigung spüre ich, bei uns, aber auch draußen auf der Straße! Wäre schön, wenn sich davon etwas halten würde.

    • Elischeba
      Elischeba
      Autor
      28/04/2020 / 11:19

      Ja, die Entschleunigung hat auch große Vorteile. Beim Alter von 1 und 3 ist es auch noch schwerer – das wird wesentlich einfacher, wenn sie älter werden. Alles Liebe weiterhin!

  6. Avatar
    Jasmin
    04/05/2020 / 11:33

    DANKE für diesen ehrlichen Bericht! Ich habe schon befürchtet, dass nur unser Haus so aussieht.

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